Deutsche Börse plant Kryptohandel

Die Frankfurter Börse hat anscheinend begonnen an einer Tradingplattform zu arbeiten, die den Handel von Kryptowährungen und Tokens bzw. anderen kryptobasierten Finanzinstrumenten ermöglicht. Damit eifert die Deutsche Börse AG (die Muttergesellschaft der Frankfurter Börse) offenbar den amerikanischen Börsenplätzen nach. Seit Ende letzten Jahres werden in den USA Bitcoin Futures (Termingeschäfte auf Bitcoin) gehandelt. Vorreiter waren dort die CME (Chicago Mercantile Exchange) und die CBOE (Chicago Board Options Exchange) Futures Exchange.

Seitdem war es jedoch ruhig um das Thema geworden. Nicht zuletzt dürfte der anhaltende Kursverfall seit Dezember Grund dafür sein, dass sich zuletzt weniger Wertpapierbörsen für den Kryptohandel interessierten. Ob Zufall oder nicht: Letztlich hatte der Bitcoin Futures Handel in den USA just zum absoluten Höhepunkt der Bitcoinkurse begonnen.

Vor dem Hintergrund kommt es jetzt durchaus überraschend, dass jetzt ausgerechnet die Deutsche Börse – im allgemeinen wenig für Innovation bekannt – vorprescht. Deren Head of Clients, Products and Core Markets, Jeffrey Tessler, hatte in London auf einer Branchenveranstaltung mitgeteilt, dass die Vorbereitungen der Deutschen Börse für den Handel von Kryptoprodukten weit fortgeschritten sei.

Probleme bei den Vorbereitungen bereitet unter anderem, dass das Verstehen der zugrundeliegenden Kryptotransaktionen nicht ganz einfach ist, jedoch Voraussetzung für die Entwicklung entsprechender Dienstleistungen für die Kunden der Börse ist.

Bereits im März hatte die Deutsche Börse bekannt gegeben, dass sie mit HQLAX und der Corda Blockchain von R3 kooperiert um die Abwicklung von Wertpapiertransaktionen effizienter mit Hilfe der Blockchaintechnologie abzuwickeln. Die Kooperationspartner der Börse sind dabei keine Unbekannten, HQLAX und R3 haben bereits ihre Lösungen zur Wertpapierleihe bei einigen Großbanken, u.a. ING, im Einsatz.

Produktchef Tessler äußerte ebenfalls, dass man nicht nur die Kursbewegungen von Kryptowährungen besser verstehen müsse, sondern dass man auch auf die Abstimmung mit Kunden und Regulatoren – das dürfte in Deutschland vor allem die Bafin sein – beim Aufbau der neuen Produkte setzt.

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