Politikwissenschaftler: Bundesweiter Lockdown hat zu lange gedauert

Mannheim (dts Nachrichtenagentur) – Der Politikwissenschaftler Thomas König hält es für richtig, dass die Bundesländer in der Coronakrise mehr Spielraum erhalten. „Es war falsch, dass sich die Politik zu sehr an den Durchschnittswerten für ganz Deutschland orientiert und die regionalen Unterschiede vernachlässigt hat. Die Politik hat jetzt darauf reagiert, weil sie den Bürgern vor Ort dies gar nicht mehr plausibel vermitteln konnte“, sagte er dem „Mannheimer Morgen“ (Donnerstagausgabe).

In Baden-Württemberg gebe es zum Beispiel mehr als 30.000 Infektionsfälle, in Mecklenburg-Vorpommern seien es unter 1.000. „Der Lockdown für ganz Deutschland hat viel zu lange gedauert und einen verständlichen Unmut ausgelöst.“ König begrüßte, dass es künftig in Deutschland eine regionale Obergrenze für Neuinfektionen geben muss. „Die Länder müssen sicherstellen, dass es in den regionalen Hotspots, die interessanterweise in Landkreisen und kreisfreien Kleinstädten und weniger in den Großstädten liegen, nicht mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner geben darf. Andernfalls müssen die Verbote wieder verschärft werden“, sagte der Politikwissenschaftler.

Foto: Passagiere in einer U-Bahn am 27.04.2020, über dts Nachrichtenagentur

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4 Kommentare

  1. Na, die Einsicht kommt ja sehr früh . Der bekannte Verfassungsrechtler Papier hat das schon vor Wochen gesagt .
    Aber in diesem kollektiven, von oben eingeflößten Wahn werden die Stimmen der Vernunft ja eh nicht gehört.. Rufe in der Wüste verpuffen im Sand .
    Da braucht es schon einen Sandsturm

  2. Da bin ich ganz anderer Meinung! Man kann grundsätzlich nicht davon ausgehen dass alle Gesund, oder nicht anfällig sind. Da gibt es Kleinkinder deren Immunsystem noch nicht 100%ig entwickelt ist. Da gibt es „alte“ , also Väter, Mütter und andere Familienmitglieder im fortgeschrittenen Alter. Dann die Vielen mit Vorerkrankungen. Da gehöre ich mit meiner Multiplen Sklerose leider auch dazu!
    Also Lockdown sofort abbrechen?!
    Wer verreckt, hat eben Pech, und im günstigsten Fall wird wieder eine Mietwohnung frei!
    Das wäre dann grob gesprochen, die Kernaussage!?
    Ich könnte mich gerade richtig aufregen, über Leute, die nicht mal über den „Tellerrand“ hinaus schauen können oder wollen!
    Rein theoretisch ist es auch eine Art Mordversuch! Zwar ohne zu wissen, wen es erwischt, aber definitiv einige aus den Gruppen, die ich schon aufgezählt habe.

  3. Die Frage ist allerdings, wenn so ziemlich alle Existenzen zerstört sind, die Hälfte der bisher Beschäftigten (Steuerzahler und Sozialversicherungszahler) arbeitslos sind, wer dann noch in der Lage sein wird, das Gesundheitssystem zu finanzieren?
    Es geht doch darum, Möglichkeiten zu finden, die Risikogruppen, ob alt oder jung, bestmöglich zu schützen, ohne die Existenz aller anderen dadurch zu zerstören – weil dann sind am Ende alle die Dummen ….

    1. Eben. Sehen die Ökonomen auch so. Es gibt aber nur wenige Politiker, die schon länger über den Tellerrand der Panik gucken und unser Land schützen bereit sind ..

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