Kategorien: Promis

Weltbekannter Nachtclub-König ist verstorben

Er soll mit den Rolling Stones gefeiert und mit Ella Fitzgerald getanzt haben. Weiße Jacketts, schwarzer Rolls-Royce und viele, viele Frauen – Deutschlands bekanntester Playboy ist im Alter von 92 Jahren verstorben.

“Mit Rolf Eden verliert auch Berlin eine Ikone seiner Zeit und er liebte und veränderte diese Stadt wie kein anderer“, ließ die Familie des Berliner Playboys und Nachtclubbesitzers am Donnerstag verlautbaren. 

Der ursprünglich als Rolf Sigmund Sostheim in Berlin geborene Rolf Eden ist am Donnerstag im Alter von 92 Jahren verstorben.

Seine Familie war 1933 vor den Nationalsozialisten nach Palästina geflohen. Dass seine Eltern so klug gewesen seien und Deutschland schon 1933 verlassen hätten, sei ein Glück gewesen, sagte Eden mal in einem Interview.

Edens Leben war zu keiner Zeit Durchschnitt. Als junger Mann kämpfte er als Elite-Soldat in der israelischen Armee, später an der Seite von Yitzak Rabin. Später lebte er als Musiker in Paris, zog dann nach West-Berlin. 

Der Berliner Kurfürstendamm war sein Revier. Mit gerade mal 27 Jahren gründete der als Sohn einer jüdischen Familie geborene Lebemann an der Nestorstraße, Ecke Ku’damm 1957 seinen ersten Club, den „Eden Saloon“. Filmemacher Peter Dörfler dokumentierte das bewegte Leben des Berliners in seinem Film „The Big Eden“. 

Über sich selbst sagte Eden darin, er sei beides – Playboy und Geschäftsmann. Vor allem in den Sechziger- und Siebziger Jahren war Eden ein sehr erfolgreicher Berliner Nachtclub- und Immobilienbesitzer. Eden-Saloon, New Eden, Eden-Playboy-Club, Big Eden – wenn Eden drauf stand, kamen sie alle. Die Beatles, der Kinsky, der Juhnke – Eden soll mit den Rolling Stones gefeiert und mit Ella Fitzgerald getanzt haben. 

Bekannt war er vor allem auch für seine Selbstinszenierung als Playboy. „Ich schlafe doch nicht zweimal mit der gleichen Frau“ – war einer seiner Sprüche. Sex, Erotik, Eden sprach ungefiltert aus, was er dachte, zum Beispiel, dass Frauen ab 30 zu alt seien. Obwohl er  Frauen mit Komplimenten und Geschenken überhäufte, ließ es sie nie im unklaren darüber, dass sie nur eine von sehr vielen sind. Eden war Vater von sieben Kindern mit sieben verschiedenen Frauen.

Ein Stadtmagazin kürte ihn mal zum „peinlichsten Berliner“ – das sei doch eine grosse Ehre, er finde das sehr gut, sagte Eden dazu.

Sein letztes Lokal, das „Big Eden“ verkaufte er im Jahr 2002 und seine Biografie unter dem Titel “Immer nur Glück gehabt. Wie ich Deutschlands bekanntester Playboy wurde“, legte er im Alter von 82 Jahren vor. Danach wurde es ruhig um den alternden Playboy. 

Doch selbst mit den letzten Worten in seinem Testament blieb sich Rolf Eden treu. „Dass diese, meine letzte Geliebte, 250.000 Mark erhalten wird. Sozusagen stellvertretend für die vielen tausend Frauen, die mich glücklich gemacht haben“, verfügte Deutschlands einziger und wahrer Playboy.

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veröffentlicht von
Martin Beier

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