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Melnyk mit Paukenschlag: Deutscher Minister wollte Ukraine opfern

„Euch bleiben nur wenige Stunden“, sagte ein deutscher Minister am Tag des russischen Einmarsches dem ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk gesagt haben. Als Russland am 24. Februar mit der Invasion der Ukraine begann, war vieles ungewiss, aber die ukrainischen Bürger waren bereit zu kämpfen. Nun wird bekannt, dass ein deutscher Minister die Ukraine schon für verloren hielt.

„Das schlimmste Gespräch“

Einzelheiten seines Gesprächs schilderte Melnyk kürzlich in einem Interview mit Livia Gerster, Politikredakteurin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Laut Melnyk, „Das war das schlimmste Gespräch in meinem Leben“. Der Minister war: Christian Lindner (Finanzminister).

Melnyk beschreibt Lindners Haltung am Tag der Invasion: Er redete, als sei die Niederlage der Ukraine bereits Tatsache. Laut Melnyk machte Lindner deutlich, dass er es für wenig sinnvoll halte, Waffen an die Ukraine zu liefern oder Russland von SWIFT auszuschließen, und bereit sei, mit einem von Russland eingesetzten Marionettenregime zu sprechen.

Nach dem Gespräch mit Lindner sollen Melnyk „die Tränen übers Gesicht gelaufen“ sein, so der „MDR“.

Lindner und das Bundesfinanzministerium haben Melnyks Vorwürfe mittlerweile zurückgewiesen. Laut Magazin Cicero, „Lindner selbst will nun im Nachhinein diesem Eindruck entgegentreten, doch seine Argumente sind wenig stichhaltig. Die ganze Geschichte steht in einer unglückseligen Appeasement-Tradition, gespeist von deutscher Befindlichkeit.“

Weitere Sanktionen, aber kein Energie-Embargo

Als ukrainischer Botschafter in Deutschland ist Andrij Melnyk immer sehr aktiv in der Öffentlichkeit, um die Hilfe für die Ukraine zu erhöhen. Er zeigte sich bitter enttäuscht, nachdem sich der EU-Sondergipfel kürzlich gegen ein Energie-Embargo gegen Russland entschieden hatte.

„Das ist die schärfste Waffe und wir wissen, dass auch die Bundesrepublik da auf die Bremse getreten hat“, sagt Melnyk. Er ist jedoch dankbar, dass die Entscheidung getroffen wurde, mehr Waffen an die Ukraine zu liefern, obwohl derzeit nur wenig Unterstützung aus Deutschland kommt.

Nach erneuten Vorwürfen russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine, treffen sich die EU-Botschafter diese Woche zu erneuten Gesprächen, die voraussichtlich zu weiteren Sanktionen gegen den Kreml führen werden.

Foto: Angela Merkel und Wladimir Putin, über dts Nachrichtenagentur

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Kai Degner

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