Niedersachsen öffnet den Tourismus wieder

Behutsam macht Deutschland nach und nach wieder auf. Am Mittwoch gibt es die nächsten Beratungen über weitere Schritte. Nun prescht aber Niedersachsen vor.

Einen detaillierten Öffnungsplan hat nun Ministerpräsident Stephan Weil vorbereitet. Urlaub an der Nordseeküste soll demnach bald wieder möglich sein. Und das noch in diesem Monat und rechtzeitig zu Pfingsten.

Am Montag sagte Weil in Hannover, dass man als erstes Bundesland alle Bereiche des öffentlichen Lebens in die Planung mit einbezogen hat. „Wir wollen damit in den nächsten Wochen und Monaten aus dem Zustand der Tiefkühlung herauskommen“.

Und so sieht das Niedersachsen-Papier aus:

Die Ostfriesischen Inseln könne ab Mittwoch für Tagestouristen wieder öffnen, die Entscheidung dazu geben die Kommunen bekannt. Auch Dauercamping und Reisen zu Zweitwohnungen sind dann wieder erlaubt. Geöffnet werden auch Zoos und Tiergärten.

Restaurants, Gaststätten und Biergärten dürfen am nächsten Montag mit der Hälfte der Maximalkapazität wieder öffnen. Weiterhin geschlossen bleiben Bars, Kneipen und Diskotheken. Die 800-qm-Regelung entfällt.

Die Notbetreuung in den Kitas soll ab dem 11. Mai auf 40 Prozent erhöht werden. Schulen starten schrittweise mit dem 12. Jahrgang. Um sie auf die Schule vorzubereiten, sollen ab dem 18. Mai spezielle Angebote für kommenden Erstklässler angeboten werden. Weitere Schulöffnungen erfolgen dann für 9., 10. und 3. Jahrgang.

Hotels, Pensionen und Jugendherbergen dürfen mit 50-prozentiger Auslastung ab dem 25. Mai öffnen, rechtzeitig zu Pfingsten. Unter Auflagen dürfen dann auch Freibäder öffnen. Die Kindertagesbetreuung soll parallel dazu schrittweise erweitert werden.

Direkte Kontakte bleiben bis Ende Mai auf zwei Personen beschränkt. Bis Mitte Juni soll die Schule komplett wiedereröffnet werden.

Der Regelbetrieb für Kitas ist für den 1. August geplant. Soweit wie Sachsen-Anhalt, dass mittlerweile Treffen von bis zu fünf haushaltsfremden Personen erlaubt, geht Niedersachsen nicht. Von der Bundeslinie ist aber auch das Saarland mittlerweile abgerückt. Weils Stufenplan soll Diskussionsgrundlage für die weiteren Beratungen mit der Kanzlerin sein. Abhängig vom Infektionsgeschehen sollen die Öffnungen in Niedersachsen erfolgen.

Bundesregierung besteht auf gemeinsames Vorgehen

Gleichwohl strebt die Bundesregierung weiterhin ein gemeinsames Vorgehen an. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, dass es bei den Lockerungen „natürlich regionale und lokale Nuancen“ gebe. Die Bürger erwarten allerdings, dass es zwischen Bund und Ländern eine „gemeinsame Strategie“ gebe und sie „auf einem gemeinsamen Pfad“ unterwegs sind. Über das Vorpreschen einiger Bundesländer bei den Lockerungen der Corona-Maßnahmen zeigte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ein wenig unglücklich. Aus dem unabgestimmten Vorgehen der Bundesländer forderte er Konsequenzen und brachte „ein neues, ein effizienteres Verfahren zwischen Bund und Ländern“ ins Gespräch. Offen zeigte er sich aber für regionale Differenzierungen.

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