

Im Kampf um mehr Verkehrssicherheit und gegen die missbräuchliche Nutzung von E-Scootern fordern mehrere nordrhein-westfälische Großstädte einen neuen Rechtsrahmen von Bundes- und Landesregierung. Das berichtet die “Westdeutsche Allgemeine Zeitung” (Montagsausgabe). Der Vorstand des Städtetages NRW hat sich demnach auf eine Reihe von möglichen Regelverschärfungen verständigt.
So wird gefordert, für das Fahren mit dem E-Scooter einen “Kenntnis- und Befähigungsnachweis” einzuführen. Wer einen E-Scooter fahre, sollte vorher nachweisen müssen, dass er dafür die wichtigsten Verkehrsregeln und Risiken kenne, sagte der Geschäftsführer des Städtetages NRW, Christian Schuchardt. Die Situation in den Städten erfordere das. Immer wieder komme es zu gefährlichen Situationen und teils schweren Unfällen mit E-Scootern, bei denen auch Fußgänger und Radfahrer in Mitleidenschaft gezogen würden.
Man wolle in den Städten für mehr Sicherheit auf Gehwegen und Straßen sorgen, so Schuchardt weiter. Wer mit einem elektrischen Roller unterwegs sei, müsse Rücksicht auf andere nehmen. Auch die Selbstgefährdung vieler E-Scooter-Nutzer treibe die Verantwortlichen in den Rathäusern um. Im Juli etwa war ein 39-Jähriger in Essen freitagabends ohne Fremdeinwirkung verunglückt und seinen Verletzungen erlegen.
Im Jahr 2025 waren in NRW insgesamt rund 3.900 Menschen mit einem E-Scooter verunglückt und dabei verletzt oder in seltenen Fällen sogar getötet worden. Das bedeutete gegenüber der Vorjahreserhebung einen Anstieg um rund 50 Prozent. Eine stärkere Unfallzunahme gab es in keinem anderen Verkehrsbereich. Unter den Opfern befanden sich auch Kinder unter 14 Jahren, die eigentlich noch keinen E-Scooter nutzen dürfen.
Bei Miet-Rollern erwartet der Städtetag NRW außerdem eine verbindliche digitale Sicherheitseinweisung vor der ersten Fahrt, zum Beispiel direkt über die App der Anbieter, so Schuchardt. Auch eine automatische Geschwindigkeitsbegrenzung in stark frequentierten Fußgängerbereichen könne helfen. In einigen Städten ist die Drosselung des Tempos bei Nutzung bestimmter Wege bereits eingebaut.
Abhilfe erhoffen sich die Kommunen auch beim mitunter wilden Abstellen von E-Scootern im Stadtbild. Man benötige mehr Möglichkeiten, gewerbliche E-Scooter-Angebote vor Ort zu steuern, so Schuchardt. Man müsse klare Regeln dafür festlegen können, wo die Roller abgestellt werden und wie viele Fahrzeuge unterwegs sein dürfen.
Einen Unterstützer haben die Städte in NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), der sich bereits im Frühjahr offen für schärfere Sicherheitsvorgaben gezeigt hatte. Alkoholisiertes Fahren, die Mitnahme mehrerer Personen und die Missachtung elementarster Verkehrsregeln beunruhigten ihn, erklärte Reul bei Vorlage der jüngsten Verkehrsunfallbilanz.
dts Nachrichtenagentur
Foto: E-Tretroller (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
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