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Wenn eine nukleare Katastrophe zuschlägt: “Gefahrenanalyse” – das wird mit Deutschland passieren

Das Kraftwerk in Saporischschja stellt eine reale und ernsthafte Gefahr dar. Der Beschuss in der Region hält an, obwohl sowohl die russische als auch die ukrainische Seite die Verantwortung dafür abstreiten. Ein Volltreffer könnte zu einer nuklearen Katastrophe führen. Nach einer von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Analyse würde auch Deutschland nicht verschont bleiben.

Das Kraftwerk Saporischschja wird weiterhin von den russischen Streitkräften gehalten. Saporischschja gehört zu den vier Gebieten, die nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der vom Kreml abgehaltenen Referenden von einer Angliederung an Russland bedroht sind.

Erst in der vergangenen Woche hat sich der Beschuss im Gebiet des Kraftwerks Saporischschja wieder verstärkt. Die Stromleitungen wurden schwer beschädigt, was die Atomaufsichtsbehörde der UN (IAEA) sehr beunruhigte. Obwohl die externe Stromversorgung wiederhergestellt wurde, bleibt Saporischschja ein Risiko für ganz Europa.

Zurzeit produziert Saporischschja keinen Strom. Alle sechs Reaktoren wurden vom Netz genommen und befinden sich in einem Zustand der Kaltabschaltung, aber das Kraftwerk benötigt immer noch externe Energie, um die Reaktoren zu kühlen und das Risiko einer Kernschmelze abzuwehren. Nach Angaben der IAEO hat sich die Lage in Saporischschja zwar verbessert, ist aber weiterhin gefährlich.

Viele Menschen befürchten, dass Saporischschja ein weiteres Tschernobyl werden könnte. Andere versuchen, diese Befürchtungen zu zerstreuen, indem sie darauf verweisen, dass die Anlage in Saporischschja viel moderner gebaut ist und über eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen verfügt, die im Kernkraftwerk von Tschernobyl nicht vorhanden waren.

Die Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima haben jedoch deutlich gezeigt, dass radioaktive Wolken große Entfernungen zurücklegen können. Das bedeutet, dass ein weites Gebiet auch über die Ukraine und ihre nächsten Nachbarn hinaus kontaminiert werden könnte.

Dies ist die Grundlage für den Bericht des Bundesamtes für Strahlenschutz, der dem Beratungsgremium des Bundeskanzleramtes und den Leitern der Nachrichtendienste vorgelegt wurde. Darin sind Karten enthalten, die die wahrscheinliche Ausbreitung der Strahlung nach einer Atomkatastrophe in der Ukraine zeigen.

Laut T-online zeigt eine der in dem Bericht dargestellten Situationen, dass sich die radioaktiven Wolken, die bei einer Kernschmelze in zwei Kernkraftwerken entstehen würden, über die gesamte Region zwischen Nordostdeutschland und Schottland erstrecken könnten. Welche Maßnahmen im Falle eines nuklearen Unfalls von solchem Ausmaß ergriffen würden, wurde nicht mitgeteilt.

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Antje Papenstein

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