Inflationäre Bitcoin Clones ohne Erfolg

Bitcoin (Hard) Forks, das sind (Software-) Abspaltungen von der originalen Bitcoin Core Blockchain um eine eigene Blockchain zu starten, sind inzwischen fast genauso inflationär wie ICOs anzutreffen. Bei jeder Fork bzw. Abspaltung wird der jeweilige Stand der Bitcoin Blockchain geclont und lediglich anders weiterentwickelt als die originale Bitcoin Blockchain.

Die erste und gleichzeitig bekannteste Abspaltung von Bitcoin dürfte Bitcoin Cash sein, die im August 2017 von der originalen Bitcoin Blockchain abgespalten wurde. Seitdem gab es nicht weniger als 44 (!) solcher Abspaltungen, das haben die Analysten von BitMEX Research recherchiert. Bei jeder dieser Abspaltungen ist quasi eine eigene Blockchain, die auf eigenen Noden (Servern) läuft, sowie eine eigene Kryptowährung entstanden. Aufgrund des gemeinsamen Ursprungs ist der Wettbewerb zwischen diesen Bitcoin Forks oftmals hoch.

Bitcoin Cash ist bei diesen Forks die oft zitierte Erfolgsstory: Die neue Kryptowährung hat es im Ranking der Marktkapitalisierungen immerhin auf rund 17 Milliarden US-Dollar geschafft. Hauptgrund der Abspaltung war eine Veränderungen der Blockgröße (Bitcoin Cash erlaubt größere Blocks in der Blockchain), die eine Beschleunigung der Transaktionsgeschwindigkeit ermöglichte.

Doch was ist nun aus diesen 44 neuen Kryptowährungen geworden, die teilweise lustige Namen wie Pizza, God oder Candy haben? Die meisten sind – das kann man inzwischen mit hoher Sicherheit sagen – gescheitert, auch wenn sie noch existieren. In die Top50 der Kryptowährungen schaffen es gerade einmal Bitcoin Gold (Platz 27, Marktkapitalisierung 737 Millionen US-Dollar) und Bitcoin Private (Platz 39, Marktkapitalisierung 495 Millionen US-Dollar) und Bitcoin Diamond (Platz 43, Marktkapitalisierung 443 Millionen US-Dollar). Auch haben nur diese ein signifikantes Handelsvolumen über 100.000 US-Dollar pro Tag. Zum Vergleich: Selbst die Aktien eines kleinen Unternehmens wie der Wallstreet Online AG (ca. 30 Mitarbeiter) haben regelmäßig ein dreimal so hohes Handelsvolumen. So ein niedriges Handelsvolumen bedeutet natürlich auch, dass die Großbesitzer von solchen Coins diese niemals verkaufen können, ohne den Kurs ins Bodenlose fallen zu lassen.

Das eigentliche Ziel solcher Forks, nämlich die Blockchain-Technologie innovativ weiterzuentwickeln ist bei der Vielzahl der Forks auch aus dem Fokus geraten. Marktkenner, wie George Kimionis – CEO von Coinomi, sehen das Ziel vieler Forks eher darin, dass die Gründer der „neuen“ Blockchain primär von dem Namen Bitcoin profitieren wollten um schnelles Geld zu machen, anstatt einen signifikanten technologischen Beitrag zu leisten.

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