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Bitcoin stürzt ab nach Spekulationen um Binance

Die japanische Finanzaufsicht (FSA) plant die weltweite größte Kryptobörse abzumahnen, wie das japanische Finanzmagazin Nikkei berichtet. Unmittelbar nach der Meldung stürzte der Bitcoinkurs am Donnerstag innerhalb von Minuten um rd. 500 US-Dollar. Die Börse, Binance, ist in Japan ohne Lizenz tätig und die Finanzaufsicht vermutet, dass Anleger und Nutzer von Binance in Gefahr sind ihr Gelder durch Diebstahl oder Betrug zu verlieren. Gemäß der japanischen Rechtslage, dürfen Krypto-Services (wie beispielsweise Kryptohandel) in Japan nur angeboten werden, wenn die FSA eine Lizenz erteilt hat bzw. die Lizenz sich in Bearbeitung befindet.

Nach Quellen aus dem Umfeld der Aufsichtsbehörde plant die FSA gemeinsam mit der Polizei offiziell Anzeige zu erstatten, sofern Binance seinen Betrieb in Japan nicht einstellt. Dies ist durchaus überraschend, da sich Japan – einer der wichtigsten Kryptomärkte der Welt – bisher sehr Krypto-freundlich gezeigt hatte.

Offenbar hat die Finanzaufsicht ihre Überwachung des Krytotrading ausgeweitet und ist bemüht unregulierte Anbieter radikal aus dem Markt zu vertreiben. Ursache dafür dürfte der Hack der Tokioer Kryptobärse Coincheck im Januar gewesen sein, bei dem Hacker NEM Coins im Wert von rd. einer halben Milliarde US-Dollar erbeuteten. Dabei handelt es sich um Binance nicht um irgendeinen Anbieter: Das Unternehmen wurde erst 2017 gegründet und stieg kometenartig zum größten Börsenbetreiber der Kryptowelt auf. Gehandelt werden rund 120 Kryptowährungen von über 6 Millionen Kunden aus aller Welt. Auch in Japan hatte Binance einen massiven Zustrom an Kunden, die Aufgrund niedrigerer Gebühren von lokalen Anbietern zur in Hongkong ansässigen Börse Binance wechselten.

Im Vorfeld der aktuellen Untersuchung hatte Binance die japanische FSA verärgert, da auf eine Verifizierung japanischer Anleger bei der Accounteröffnung verzichtet wurde. Hiervon dürften vor allem Kryptovermögen, die aus kriminellen Quellen stammen (z.B. von Dark Web Marktplätzen etc.), profitiert haben. Daher geht die FSA davon aus, dass Binance offenbar keine effektiven Mechanismen zur Verhinderung von Geldwäsche installiert hat. Betroffen sind davon v.a. Kryptwährungen, die komplett anonym gehandelt werden, wie beispielsweise Monero.

Eine offizielle Bestätigung des harten Vorgehens der FSA steht noch aus: Angeblich steht jedoch eine offizielle Verwarnung, die auf der FSA-Webseite auch veröffentlicht wird, unmittelbar bevor.

Sobald dann eine Anzeige gegen Binance wegen Geldwäsche einginge, würde die Polizei eine Untersuchung von Binance einleiten. Problematisch wäre jedoch vor allem: Wie soll die Börse gezwungen werden, die Gelder der japanischen Investoren zurückzutransferieren? Binance hat seinen Sitz in Hongkong und damit außerhalb der Einflusssphäre der FSA.

Als Reaktion auf den Nikkei-Bericht dementierte der Binance CEO auf Twitter, dass Handelsverbote oder Verwarnungen bevorstünden. Gleichzeitig bestätigte er, dass es einen “Dialog” mit der japanischen Aufsicht gibt:

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Antje Papenstein

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