Bitcoin-Kurs explodiert – Bank of England: „Kryptowährungen kein Risiko für die Weltwirtschaft“

Mark Carney, Chef der Bank of England und Vorsitzender des Financial Stability Board (FSB), teilte in einem aktuellen Schreiben an die G20 Finanzminister mit, dass Kryptowährungen kein Risiko für die Weltwirtschaft darstellen. Diese Meldung löste einen massiven Kursanstieg aus – der Bitcoin stieg um mehr als 1.200 Dollar auf einen Kurs von 8.600 US-Dollar je Bitcoin.

Das Financial Stability Board hatte aufgrund von Anfragen der Mitglieder eine Analyse vorgenommen, inwieweit das explosionsartige Wachstum der Kryptowährungen die weltweite Finanzstabilität bedrohen könnte. Ergebnis der Analyse ist, dass keine Stabilitätsrisiken aus den Kryptowährungen resultieren, u.a. da ihre Kapitalisierungen gemessen an der Größe der weltweiten Wirtschaftskraft immer noch vergleichsweise gering sind. Selbst zum All-time-high im Dezember 2017 betrug die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen weniger als ein Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts. Im Vergleich dazu: Im Vorfeld der 2008-er Finanzkrise belief sich die Kapitalisierung aller Credit Default Swaps auf etwa 100% des weltweiten Bruttosozialprodukts.

Für das Krypto-Universum sind das positive Nachrichten, wurde doch von vielen Krypto-Akteuren befürchtet, dass die G20 sich auf gemeinsame, kurzfristige Regulierungsgrundsätze verständigen und eine im wesentlichen einheitliche Vorgehensweise in den führenden Industrienationen beschließen würden.

Mehr als positiv wurde Carneys Brief an die G20 an den Kryptobörsen aufgenommen. Der Bitcoinkurs explodierte förmlich und schoss in wenigen Stunden um mehr als 1.000 Dollar nach oben.

Carneys Schreiben bedeutet jedoch nicht, dass die Kryptoregulierung vom Tisch ist. Im Vorfeld hatte er mehrfach geäußert, dass Regulierung notwendig sei, jedoch kein Verbot. Dafür will das FSB ein Set von Indikatoren speziell für die Beobachtung von Stabilitätsrisiken bestimmen, sofern die Kapitalisierung der Kryptowährungen weiter ansteigt.

Grundsätzlich gegen eine Regulierung äußert sich hingegen das Blockchain-Labor vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik: „Es wäre falsch, Kryptowährungen regulieren zu wollen – das würde nicht funktionieren.“, teilte Gilbert Fridgen, IT-Professor und Leiter des Blockchain-Labors, mit. Das Fraunhofer-Labor sieht bessere Chancen darin, wenn Länder selbst Kryptowährungen – beispielsweise einen Krypto-Euro – emittieren würden.

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