Ethereum könnte Bitcoin den ersten Rang streitig machen

Der enorme Kursanstieg des Bitcoin im letzten Jahr hat eine gewaltige Öffentlichkeitswirkung für Kryptowährungen erzeugt. Inzwischen interessieren sich bei weitem nicht mehr nur Tech-Fans, Kriminelle und Freie-Märkte-Enthusiasten für Kryptowährungen, sondern alle Bevölkerungsschichten, vom Schüler bis zur Hausfrau.

Und diese Aufmerksamkeit hat allen Kryptowährungen genutzt – auch die zahlreichen unbekannten rund 1600 Kryptowährungen konnte enorme Wertzuwächse verzeichnen. Am meisten könnte vielleicht Ethereum von der Krypto-Popularitätswelle profitieren.

Der russische Entwickler Vitalik Buterin hatte Ethereum 2013 gestartet und 2 Jahre später veröffentlicht. 2017 explodierte der Preis von 10 auf 1400 Dollar und Ethereum und die Kryptowährung etablierte sich als Nummer 2 hinter Bitcoin. Aktuell notiert Ethereum bei knapp 700 Dollar und damit rund 50% unter den Höchstkursen vom Jahresanfang.

Experten gehen jedoch davon aus, dass Ethereum das Potenzial haben könnte, Bitcoin zu überholen, denn die Ethereum Blockchain ist weit funktionaleres Werkzeug im Vergleich zu Bitcoin. Bitcoin hatte von Anfang an einen extrem starken Fokus auf seine Währungsfunktion, was nicht zuletzt auch der 2008er Finanzkrise geschuldet ist. Und durch diesen engen Fokus hat Bitcoin auch direkt zum Entstehen der rd. 1600 weiteren Kryptowährungen beigetragen, denn jede dieser Währungen ist mit der ein oder anderen Differzenzierung angetreten, die eben etwas kann, was Bitcoins selbst nicht kann oder eine Schwäche von Bitcoin ist: Das reicht von Transaktionsgeschwindigkeit, Transaktionskosten bis hin zu Zusatzfunktionalitäten im Vergleich zum reinen Paymentfokus, die andere Kryptowährungen wie Bitcoin Cash, Litecoin oder auch Ethereum bieten.

Ethereums starker Fokus sind Zusatzfunktionen und sein Fokus liegt auf der eigenen Software-Plattform, die beispielsweise Smart Contracts erlauben. Smart Contracts, wörtliche übersetzt „schlaue Verträge“, sind Verträge, die sich selbständig und sicher ausführen, ohne dass ein manueller Eingriff notwendig ist. Ein „schlauer Arbeitsvertrag“ könnte beipielsweise automatisch die Arbeitsstunden eines Mitarbeiters auslesen und dann automatisch die entsprechende Lohnzahlung anstossen und direkt Überstunden- oder Feiertagszuschläge berücksichtigen.

Mit seinen Zusatzfunktionalitäten ist Ethereum die weitaus mächtigere Plattform, sofern sich die Zusatzfunktionen finden, die zur Massentauglichkeit reifen. Und genau hier gibt es Grund für Optimismus: Zahlreiche Unternehmen und Banken – von der Allianz bis zu Microsoft – entwickeln derzeit dezentrale Applikationen auf Basis der Ethereum Blockchain. Hier ist es aufgrund der schieren Manpower, die auf die Ethereum Blockchain von allen möglichen Seiten gesetzt wird, vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis eine dieser Applikationen den Massendurchbruch schafft.

Die Wertschöpfungskette für Transaktionen – vom Hauskauf bis zur o.g. Gehaltzszahlung – kann durch Applikationen auf der Ethereum-Blockchain massiv verkürzt werden, was bedeutet: Mittler fallen heraus und Transaktionskosten sinken. Forscher und Unternehmer sehen in der dezentralen Ethereum Blockchain das Feld auf dem neue Megainnovationen entstehen können: Von intelligenten Maschinen bis hin zu weltweit vernetzten Geräten, bei denen bspw. auch private Computer als Teil riesiger Forschungsnetzwerke in der Medizinforschung eingesetzt werden – und die Eigentümer der Rechner über Kryptowährungen entgolten werden.

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