Anleger in Angst – Bitcoin fällt um 20% in einer Woche

Für den Bitcoin und viele andere Kryptowährungen war es eine tiefrote Woche, mit einem deutlich Sell-Off am Freitag. Im Tief sackte der Kurs am Freitag nochmal um 10% auf 8.500 US-Dollar ab.

In Summe belaufen sich die Verluste in dieser Woche auf über 20%. Verschärfte Regulierungen und Untersuchungen in USA und Japan, ein massiver Phishinangriff auf Nutzerkonten einer der größten Kryptobörsen und der massive Ausverkauf von Bitcoins im Wert von 400 Mio. US-Dollar durch den Insolvenzverwalter der bankrotten Kryptobörse Mt. Gox drückten auf Stimmung und Kurse. Am Freitag machten zudem Gerüchte die Runde, dass auch Google plant Werbung für ICOs und Kryptowährungen zu verbieten. Ziel ist es, Scams und betrügerischen Geschäftsmodellen die Werbebasis zu entziehen.

Bitcoin-Experten sprechen insgesamt von verunsicherten Anlegern, die ihre Kryptowährungen verkaufen. Allein aus der Insolvenzmasse von Mt. Gox stehen noch Bitcoins im Wert von 1,8 Milliarden US-Dollar zum Verkauf. Wenn diese auf den Markt kommen, so wird es in jedem Fall negative Auswirkungen auf den Kurs haben. Solch ein enormer Abverkauf drückt in jedem Fall auf die Kurse und dürfte die größte Liquidation von Kryptowährungen in Fiat-Geld aller Zeiten sein.

Thomas Lee, Head of Research bei Fundstrat Global Advisors, berechnet einen „Bitcoin Misery Index“ (Bitcoin-Elendsindex) um das Anlegersentiment zu messen. Aktuell steht der Index bei 19, dem tiefsten Wert seit 2011. Nichtsdestotrotz ist Lee bullisch und sieht die digitale Währung bei 25.000 Dollar zum Jahresende.

Anzeichen für zunehmende regulatorische Eingriffe erhöhten die Unsicherheit der Anleger. Japans Financial Services Agency hatte am Freitag zwei Kryptobörsen für zunächst einen Monat geschlossen und Strafen gegen vier weitere angeordnet. Unmittelbar davor hatte die amerikanische U.S. Securities and Exchange Commission eine Warnung veröffentlicht und Kryptoplattformen zur Registrierung bei der Regulierungsbehörde aufgefordert.

Gleichzeitig erfolgte der Phishingangriff auf Binance, eine der größten Kryptobörsen der Welt. Während die Börse zusicherte, dass alle Einlagen sicher sind, musste die Börse doch zugeben, dass nicht alle Transaktionen der gehackten Accounts rückabgewickelt werden konnten.

Krypto-Trader sehen diese Ereignisse als maßgebliche Verursacher für den aktuellen Kursrutsch. Gleichzeitig herrscht aber weitgehende Einigkeit unter den Marktteilnehmern, dass eine zunehmende Regulierung sich langfristig positiv auf die Kryptowährungen auswirken wird.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.