Google verbietet Bitcoin-Werbung

Keine Werbung mehr auf Google für Bitcoin und Co. Das kündigte das Unternehmen in seinem Blog an. Damit sind die Kryptowährungen vom zweiten großen Werbekanal im Internet abgeschnitten, nachdem Facebook bereis im Januar Anzeigen für Kryptowährungen verboten hatte. Damit sind die die digitalen Währungen salopp gesagt aus der Hälfte des Internet verbannt: Googles Mutterkonzern Alphabet hat weltweit einen Marktanteil von 33% in der Onlinewerbung Facebook kommt auf rd. 16% – in Summe vereinen die beiden Giganten 49% des weltweiten Onlinewerbemarktes auf sich.

Als Ursache für den Werbebann auf Facebook wurden „irreführende und betrügerische Werbepraktiken“ angeführt, die sich vor allen in Anzeigen äußerte, die den Nutzern schnellen Reichentum versprachen. Prinzipiell sieht es Google ähnlich und geht im Vergleich zu Facebook noch einen Schritt weiter und verbietet ebenso Werbung für andere hoch risikoreiche Anlagen wie Binäroptionen, CFDs (Differenzkontrakte).

Grundsätzlich befinden sich die Werberichtlinien in einem ständigen Wandel um auf immer neue Entwicklungen zu reagieren. Unabhängig von solchen generellen Verboten für ganze Produktkategorien kontrollieren sowohl Google als auch Facebook kontinuierlich Werbekampagnen um illegale, betrügerische Kampagnen oder sonstige Richtlinienverstöße zu erkennen und zu entfernen. Google behauptet, dass allein in 2017 über 3 Milliarden Anzeigen gefiltert und gestoppt wurden. Damit schützt Google Nutzer davor, Opfer von Phishing oder anderen betrügerischen Handlungen in der Onlinewelt zu werden.

Diese Vorgehensweise ist dabei weniger Googles Altruismus oder Verbraucherschutz-Sympathien geschuldet, sondern schlichtes Eigeninteresse: Werbegiganten wie Google sind darauf angewiesen, dass Nutzer der Werbung vertrauen und auch weiterhin brav auf Googles Werbelinks klicken. Nichts wäre schlimmer, als ein massiv gesunkenes Verbrauchervertrauen, dass dazu führt, dass Nutzer weniger auf die Werbeflächen klicken. Das gilt ebenso für Facebook.

Fraglich ist jedoch der Ansatz, dass komplette Produktkategorien verboten werden. Gerade bei Kryptowährungen würde es sich anbieten, zumindest zwischen nachweislichen falschen Abzockangeboten (z.B. unseriösen Renditeversprechen) und seriöser Werbung (z.b. für Wallets, Shops die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren) zu differenzieren. Aber darauf scheinen die Werbegiganten keinen Wert zu legen. Letztlich sind die o.g. verbotenen Anlageprodukte und Kryptowährungen nicht allein. Ebenfalls verboten sind bei Google Werbung für Tabak, Drogen inklusive Marihuana (auch in Ländern in denen Marihuana legal ist), Schusswaffen und Feuerwerkskörper.

Ein Kommentar

  1. Das ist doch alles ein Blödsinn. Richtiger Weise müsste Google dann auch Werbung für jegliche Tradingplattformen untersagen, denn auch dort gehen die meisten mit Verlusten heraus, und sie bieten CFDs auch für Kryptowährungen an. Und: Lotto ist im Schnitt auch ein Zuschussgeschäft.

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