Kursrutsch am Kryptomarkt: Bitcoin und Alt-Coins massiv im Minus

Der Bitcoin verlor am Freitag rund 8% auf und sackte auf 8.500 Dollar je Bitcoin ab. Nahezu sämtliche anderen Kryptowährungen verzeichneten ebenfalls starke Verluste. In Summe verlor der Kryptomarkt rund 50 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung.

Die Ursachen
Kryptoexperten führen den Kursrutsch auf zwei Ereignisse zurück: Zum einen gab es eine Polizei-Razzia an der Südkoreanischen Kryptobörse UPbit. Zum anderen hat der Insolvenzverwalter der bankrotten Mt. Gox Kryptobörse mutmaßlich weitere rund 8.000 Bitcoins (über 70 Millionen Dollar) auf den Markt geworfen.

UPbit ist die größte Kryptobörse in Südkorea. Die Südkoreanische Finanzaufsicht hatte gemeinsam mit der Polizei von Seoul eine Untersuchung eingeleitet in der es um Betrug und die illegale Bewegung von Kundengeldern auf die Konten von Börsenmitarbeitern geht. Weitere Details zur Untersuchung werden für Montag erwartet. Die Finanzbehörden bestätigten, dass Festplatten und Geschäftsbücher beschlagnahmt wurden. Südkorea zählt nach Japan zu den wichtigsten Krypto-Nationen – Kryptowährungen haben dort einen enormen Boom verzeichnet und sind weit verbreiteter als in der westlichen Welt.

Neben der Razzia in Südkorea sind mutmaßlich weitere 8.000 Bitcoins aus der Insolvenzmasse der Mt. Gox Börse verkauft wurden. Einerseits hatte der Insolvenzverwalter zwar kürzlich bekanntgegeben, dass er keinen weiteren Verkauf von Bitcoins bis zum Herbst plant, andererseits sind rund 8.000 Coins aus Mt. Gox Wallets in externe Wallets verschoben worden.

Kursrutsch auf breiter Front
Der Kursrutsch erfolgte auf breiter Front – fast sämtliche Kryptowährungen verzeichneten signifikante Verluste. Selbst Kryptowährungen (z.B. EOS, ICON, GTO und andere), die relativ zum Bitcoin in den letzten Wochen massiv zugelegt hatten, rutschten ins Minus und verzeichneten Verluste von 5 bis über 30%. Wiedereinmal zeigte sich die extrem starke Korrelation der über 1600 Coins. Und zumindest die Mt. Gox Meldung sollte eigentlich keinen Einfluss auf andere Kryptocoins als Bitcoin haben.

Was sind die Erwartungen für kommende Woche?
Marktkenner gehen trotz des miserablen Freitags verhalten optimistisch in die nächste Woche. In Südkorea wird vermutet, dass zahlreiche Kryptoanleger ihre Bestände auf UPbit verkauft haben und nun ihre Gelder auf andere Kryptobörsen verschieben und dort wieder in Bitcoin und Co. investieren. Sobald das erfolgt sollte diese zusätzliche Nachfrage die Kurse wieder beflügeln. Hier hängt es natürlich auch davon ab, was die Polizei-Untersuchen entdecken. Falls keine Belege für kriminelles Handeln entdeckt werden, dürfte das weiter die Stimmung aufhellen.

Auch der Mt. Gox Verkauf sollte die Kurse nur kurzfristig belasten, wobei hier viel davon abhängt wie der Insolvenzverwalter mit dem verbleibenden Bestand von rund 200.000 Bitcoins umgeht. Zahlreiche geschädigte Anleger der Mt. Gox Pleite fordern, dass das Vermögen nicht liquidiert wird, sondern die Anleger die Bitcoins wieder erhalten anstatt eine Entschädigung in US-Dollar. Sollte es dazu kommen, wäre das eine riesige Erleichterung für den Kryptomarkt.

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