Randi Zuckerberg: „Ich war anfangs sehr skeptisch beim Bitcoin“

Sie war Facebooks Marketingchefin und ist Mark Zuckerbergs Schwester: Randi Zuckerberg war einer der Key Note Speaker am diesjährigen Institutional Money Kongress. Thema ihrer Keynote: Kryptowährungen und Blockchain-Technologie.

Sie sagt: „Ich war selbst am Anfang sehr skeptisch gegenüber dem Thema Bitcoin und bin es zum Teil immer noch.“ Aber sie ist extrem überzeugt von der Blockchain-Technologie, die aus ihrer Sicht künftig das Rückrat Banken, Industrien und auch dem öffentlichen Sektor sein wird. Blockchain ist das, was Bitcoin innovativ macht und von früheren Exprimenten mit digitalen Währungen unterscheidet. Anwendungsbeispiele für Blockchain sieht sie im Finanzbereich v.a. im Banking für „unbanked people“ in Entwicklungsländern oder auch im Bereich internationaler Geldüberweisungen: Millionen von Menschen arbeiten Weltweit in fremden Ländern, senden aber regelmäßig Geld zu Familien in ihren Heimantländern, was oftmals hohe Gebühren verursacht.

Bevor sich Blockchain und Kryptowährungen durchsetzen werden, progonostiziert Zuckerberg eine massive Marktbereinigung und vergleicht es mit der Automobil-Industrie: In der Anfangszeit des Automobils gab es über 1.200 Automobilhersteller. Heutzutage dominieren eine handvoll Hersteller den Weltmarkt. Welche Blockchainvariante sich durchsetzen wird sieht sie als komplett offen: Es kann etwas sein, das heute schon existiert, oder auch etwas komplett neues. „Das nächste Amazon ist ein Blockchain-Unternehmen“, sagte Zuckerberg, auch wenn man noch nicht absehen kann welches Unternehmen das sein wird. Gefahr sieht sie vor allem für Branchen mit zahlreichen Vermittlern in der Wertschöpfungskette, diese Mittler sind in ihrer Zukunft massiv von Blockchain bedroht.

Probleme für Kryptowährungen sieht Zuckerberg vor allem bei Transaktionsgeschwindigkeit, Volatilität und Betrug. Bei der Blockchain-Technologie sieht sie das Problem im künftigen Energieverbrauch, wenn sich die Technologie weltweit durchsetzt und die Zahlen der Transaktionen durch die Decke gehen.

Zuckerberg sieht bei Bitcoin und anderen Kryptoährungen eher eine Ähnlichkeit zu Rohstoffen wie Gold und nicht zu Währungen. Für eine Währung ist die hohe Volatilität der Kryptos das größte Problem. Die Gemeinsamkeiten zwischen Gold und Bitcoin sieht Zuckerberg in der fehlenden Abhängigkeit von Staaten, dem begrenzten Angebot und dem (zunehmenden) Aufwand für das Schürfen der Kryptowährung.

Zur Gretchenfrage: „Sollen Anleger nun Kryptowährungen kaufen oder lieber nicht?“ sagte Zuckerberg: Man solle dann kaufen, wenn man Freude daran hat bei Zukunftstrends dabei zu sein. Dazu gehört auch eine gehörige Portion Risikofreude. Denn Zuckerberg äußerte auch, dass dass wohl die meisten digitalen Währungen verschwinden werden. Wer also kein Totalverlustrisiko in Kauf nehmen möchte, der sollte – zumindest derzeit noch – die Finger von Bitcoin und Co. lassen.

Randi Zuckerberg im Interview:

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