Bank of America und JPMorgan sehen existentielle Bedrohung durch Bitcoins

Die Kryptowährungen sind in der Bankenwelt angekommen – und zunehmend anerkennen Banken, was Bitcoin und Co. für sie sind: Neue Wettbewerber und eine existentielle Bedrohung.

Und genau dass kann man nachlesen, wenn man beispielsweise einmal in den Jahresabschluss für 2017 von JPMorgan schaut, den die Bank bei der amerikanischen Börsenaufsicht (SEC) eingereicht hat. Dort sind im Kapitel zu den Risikofaktoren erstmals Krytowährungen benannt. Im Unterkapitel zum Wettbewerb wird beschrieben, wie sich neue Wettbewerber entwickeln und inwieweit sie das Bankgeschäft von JPMorgan bedrohen: „… that payment processing and other services could be disrupted by technologies, such as cryptocurrencies, that require no intermediation.”

Dies könnte JPMorgan – und andere Banken – zu Änderungen an ihren Produkten zwingen um Kunden nicht an (klassische) Wettbewerber oder Technologieunternehmen zu verlieren. Der zunehmende Wettbewerb könnte zu sinkenden Erlösen und fallenden Marktanteilen führen.

Das klingt alles schon ganz anders als im September 2017, als JPMorgan-Chef Jamie Dillon Bitcoin noch als Betrug bezeichnete und jeden Mitarbeiter rauswerfen wollte, der für die Bank Bitcoin handeln würde. Dillon hatte bereits beim Weltwirtschaftsforum in Davos zurückgerudert und geäußert, dass er nicht (mehr) an Kryptowährungen zweifelt.

Auch wurde im Februar bekannt, dass JPMorgan in einer internen Studie Kryptowährungen als innovativ bezeichnete und nicht mehr davon auszugehen sei, dass die Kryptos wieder verschwinden. Wesentliches Potenzial sah man vor allem bei Zahlungssystemen, die typischerweise problematisch und langsam sind, wie beispielsweise Auslandsüberweisungen.

Aber nicht nur JPMorgan sieht die Bedrohung, auch im veröffentlichten Geschäftsbericht der Bank of America (BofA) wird das neuentstandene Kryptouniversum adressiert. So wird die wachsende Popularität u.a. als Risiko für die Ertragskraft der Bank benannt. Weiterhin sieht de BofA das Risiko, dass aufgrund der technologischen Innovation wie Blockchain und im Ecommerce es für Nicht-Banken leichter wird Produkte und Services anzubieten, die traditionelle Bankprodukte waren. Neben den Risiken für die Ertragskraft sieht BofA auch massive Investitionen („substantial expenditures“) auf sich zukommen, um mit den neuen Technologien mitzuhalten. (Randnotiz: Das ist natürlich eine gute Nachricht, denn es bedeutet nichts anderes, als dass die BofA in Blockchain und Co. investieren wird.)

Weiterhin sieht die Bank bei zunehmender Popularität von Kryptowährungen auch Probleme, gesetzliche Anforderungen wie z.B. Anti-Geldwäsche-Regelungen einzuhalten, da eben die Finanzflüsse über Kryptowährungen nicht komplett nachverfolgt werden können.

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