Bitcoin stürzt brutal ab

Am Ostersonntag verzeichnete der Bitcoin einen brutalen Kursturz, der den Preis der Kryptowährung auf rd. 6.500 US-Dollar drückte. Damit verlor der Bitcoin rd. 25% seines Wertes innerhalb von 7 Tagen oder rd. 10% im Vergleich zum Hochkurs vom Ostersamstag.

Nachwievor zeigt der Markt eine hohe Korrelation der inzwischen rd. 1.600 Kryptowährungen, sodass die Kursentwicklungen der meisten Kryptos, einschließlich der beiden Bitcoin-Verfolger Ethereum und Rippel, sehr ähnlich aussieht. Doch am Sonntag Abend wurde die Kryptogemeinde auch durch einen enormen Rebound überrascht. Innerhalb von nur 15 Minuten stieg der Bitcoin vom Tagestief von knapp über 6.500 US-Dollar auf über 6.800 Dollar:

Konkrete Ursachen für den starken Rebound sind bisher unbekannt. In den sozialen Medien äußern sowohl Krypto-Experten als auch Hobbytrader gleichermaßen ihre Überraschung über die plötzliche Kursexplosion nachdem sowohl der bisherige Handelstag ähnlich wie die letzten Wochen von starker Verunsicherung geprägt war. Die Spekulation über die Käufer reicht von verschwörerischen Gerüchten über Big Whales, die die Kryptokurse zunächst nach unten manipuliert haben und jetzt billig wieder einsteigen, bis hin zu Hedgefonds, die in den letzten 6-9 Monaten einige Mittelzuflüsse eingesammelt haben, was sie nun zu günstigen Konditionen in Kryptowährungen investieren.

Was sich im Rückblick als sehr akkurates Kursprognose-Instrument erwies, ist Googles „Bitcoin-Death-Index“. Aktuell zeigt sich, dass der Glaube an das Überleben von Bitcoin bei niedrigen Kursen am höchsten ist, bzw. zum Kurshoch die meisten Nutzer bei Google nach dem vermeintlichen „Tod“ von Bitcoin suchen.

Während das Volumen an Suchanfragen nach „Bitcoin“ dem Chart des Bitcoin-Kurses ähnelt, so zeigen die Google-Trends Daten, dass weitaus mehr Nutzer nach dem „Tod“ des Bitcoin während des Kurshochs im Dezember suchten, als im aktuellen Kurstief. Vielmehr ist es sogar so, dass in der Woche vom 04. bis 10. März, als der Bitcoinkurs um rd. 25% absacke das weitaus geringste Suchvolumen nach „Bitcoin dead“ aufwies, während im vergangenen Dezember, als der Bitcoin bei knapp 20.000 US-Dollar notierte, die meisten Nutzer nach „Bitcoin dead“ suchten.

Diese Trenddaten können in zwei Richtungen interpretiert werden. Zunächst kann man das rückgängige Suchvolumen nach dem Tod des Bitcoin positiv bewerten. Könnte es doch anzeigen, dass Anleger jetzt, nach dem die enorme Kursüberhitzung von 2017 gestoppt und eine durchaus gesunde Korrektur erfolgt ist, mehr denn je überzeugt sind, dass Bitcoin langfristig eine Rolle in unserem Finanzsystem spielen wird. Damit hätten wir eine gute Grundlage für wieder steigende Kurse.

Andererseits besteht aber auch die Möglichkeit, dass nach den starken Kursverlusten der letzten Monate, Anleger sich schlichtweg insgesamt weniger für Bitcoins bzw. den Tod des Bitcoin interessieren. Ein signifikanter Rückgang am Interesse für Kryptowährungen wäre hingegen eine nicht so gute Nachricht. Ein ähnliches Phänomen kann man bei Anlegern in Aktien beobachten: Während einer Kursrallye schauen viele Anleger permanent auf die Kurse, da sie dort bei steigenden Kursen häufig positive Bestätigung finden. Während der Baisse bzw. bei fallenden Kursen schauen Anleger oftmals gar nicht nicht mehr hin, denn Verluste wirken sich psychisch stärker aus als Gewinne, wie Verhaltenswissenschaftler bei Aktienanlegern beobachtet haben. Das führt auch dazu, dass Anleger Verluste zu lange aussitzen, anstatt sich von Verlustbringern zu trennen.

Vor diesem Hintergrund mag zwar Googles „Bitcoin-Death-Index“ in der Vergangenheit sehr stark mit der Kursentwicklung von Bitcoin und Co. korreliert haben, eine sichere Aussage, ob dies auch in Zukunft stets so sein wird, ist hingegen unsicher. Die Trenddaten liefern daher in der aktuellen Situation leider kein eindeutiges Signal.

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