Börse Stuttgart steigt in Kryptohandel ein

Die Börse Stuttgart hat die Nase vorn: Sie steigt als Betreiber der Stuttgarter Wertpapierbörse nun in den Kryptohandel ein. Im September soll die App „BISON“ live gehen, mit der Anleger Kryptowährungen handeln können.

Das ist insofern bemerkenswert, als dass sich bisher kein klassischer Börsenbetreiber in der Kryptowelt soweit nach vorn gewagt hat. Auch die Deutsche Börse AG aus Frankfurt hat zwar auf einer Branchenveranstaltung vermeldet, dass sie an Kryptoprojekten arbeiten, aber Details blieben die Frankfurter bisher schuldig, von konkreten Produktnamen und Releaseterminen scheint dort noch alles weit entfernt.

Sämtliche Kryptobörsen sind letztlich StartUps mit oftmals sehr zweifelhafter Transparenz. Und wer gar auf der Suche nach einem deutschen Anbieter ist, landet bisher bei einer einzigen Adresse: Bitcoin.de betrieben von der Bitcoin Deutschland AG aus Herford. Und auch dort gibt es nur vier Kryptowährungen, die gehandelt werden können.

Hier stößt die Börse Stuttgart durchaus in ein interessantes Segment vor, denn in Bezug auf Verbrauchervertrauen dürfte die alteingesessene Börse bei sämtlichen Aktionären in Deutschland als verlässlicher Handelsplatz bekannt sein. Der Stuttgarter Handelsplatz ist die zweitgrößte deutsche Börse und der zehntgrößte Handelsplatz in Europa. Außerdem ist die Börse umfassende durch die deutsche Finanzaufsicht reguliert, und dürfte somit in Sachen Transparenz und Sicherheit ein Vorreiter im Vergleich zu zahlreichen internationalen Kryptobörsen sein.

Konkret entwickelt wird die App bzw. die Tradingplattform von dem Tochterunternehmen Sowa-Labs in Ulm. Ziel ist es, nicht nur den Handel zu ermöglichen sondern auch für Kryptoanleger so einfach wie möglich zu machen. Dazu gehört u.a. dass Nutzer sich innerhalb von Minuten für den Handel freischalten lassen können. Wer sich schon einmal bei anderen Kryptobörsen angemeldet hat, weiß, dass dieser Prozess oftmals einige Tage, wenn nicht gar einige Wochen dauert.

Weiterhin soll der Kryptohandel gebührenfrei sein. Hier stellt sich die Frage, wie die Börse Geld mit dem Handel verdienen will? Dazu müssen wir die Veröffentlichung der App abwarten. Möglich wäre, dass die Börse an der Preisdifferenz zwischen Bid und Ask, d.h. dem Spread verdient oder als Marketmaker tätig wird.

Neben dem Kryptohandel enthält die App auch ein Feature namens Cryptoradar. Dies ist ein Tool, dass angeblich mit Künstlicher Intelligenz Social Media Signale für Kryptowährungen auswertet und daraus Kauf- und Verkaufsignale ableitet.

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