Gemeinsamkeit unter Corona-Toten zeichnet sich ab: die meisten sind ungeimpft

Vor zwei Wochen machte eine erschreckende Meldung aus Großbritannien Schlagzeilen: „40 Prozent aller neuen Corona-Toten war geimpft“. Inzwischen häufen sich jedoch ganz andere Meldungen. In den USA und in Großbritannien steigt die Zahl der Schwerkranken und Toten wieder an. Ärzte erkennen vor allem eine Gemeinsamkeit: Die meistens sind ungeimpft.

Mit steigenden Infektionszahlen gibt es in den USA und in Großbritannien auch immer mehr Covid-Intensivpatienten und jene die daran sterben. Medienberichten zufolge erleben Ärzte dabei vor allem eines: Die meisten ernsten Patienten sind ungeimpft, trotz staatlicher Impfkampagne. Viele bereuen ihre Entscheidung oder sie fragen in letzter Sekunde nach einer Impfung. Doch das ist dann nicht mehr möglich. Die ARD titelte bereits von der „Pandemie der Ungeimpften“.

In den USA ist die Zahl der Neuinfizierten binnen zwei Wochen laut „New York Times“ um 198 Prozent in die Höhe geschnellt. Zu 83 Prozent handele es sich um die Delta-Variante. In Großbritannien sieht es ähnlich aus. Die US-Gesundheitsbehörde beobachtet mit Sorgen, dass auch die Krankenhäuser sich wieder füllen. „Fast alle dieser Fälle sind ungeimpfte Menschen“, gab auch US-Präsident Joe Biden in seiner letzten Kabinettssitzung zu Bedenken.

Britische Behörden meldeten vor zwei Wochen, dass mehr als ein Drittel der Corona-Toten vollständig geimpft war. Experten gaben danach jedoch Entwarnung. Dieses Phänomen sei mit der hohen Impfquote zu erklären. Besonders immungeschwächte Menschen können trotz Impfung noch einen schweren Verlauf erleiden. Da diese Risikogruppe aber größtenteils durchgeimpft sei, tauchten sie auch wieder in der Opferstatistik auf.

Eine Ärztin aus dem Birmingham-Krankenhaus im US-Bundesstaat Alabama teilte ihre aktuellen Erlebnisse auf der Covid-Station via Facebook. Sie erlebe dort eigentlich gesunde, teilweise junge Menschen, die unerwartet an „sehr ernsthaften Covid-Symptomen“ leiden. Einige berichten, dass sie den Medienberichten über die Krankheit nicht geglaubt hätten oder dass Facebook-Berichte sie gegenüber der Impfung skeptisch gemacht hätte. Viele bitten kurz vor der Intubation um eine Impfung. Doch das ist dann nicht mehr möglich.

Warum können Covid-19-Patienten nicht mehr geimpft werden?
Die Covid-19-Impfung ist keine Medizin. Ihre Wirkung basiert darauf, dass das Immunsystem Sars-CoV-2 VOR einer Infektion kennenlernt. Im Fall einer echten Infektion können die Viren dann schnell und effizient bekämpft werden. Weil das Immunsystem dabei selbst aktiviert wird, spricht man auch von einer aktiven Impfung. Wenn jemand bereits infiziert und erkrankt ist, wirkt eine aktive Impfung nicht mehr.

Es gibt Impfungen, die auch passiv wirken. Passivimpfungen stehen für Tollwut und Tetanus zur Verfügung. Dabei werden Antikörper von Spendern injiziert, damit diese dem Immunsystem des Infizierten helfen. Hier spricht man von einer passiven Impfung. Für Covid-19 wurde zwar an einer Passivimpfung geforscht. Bis jetzt ist dabei jedoch kein massentaugliches Produkt gefunden worden.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.