Kanada stoppt Stromversorgung für Bitcoin-Miner

Der Stromversorger Hydro-Quebec hat einen Aufnahmestopp für die Stromversorgung von Bitcoin Minern ausgerufen, nachdem die kanadische Provinz Quebec ein zunehmend beliebter Standort für Krypto-Miner wurde. Quebec war aufgrund niedriger Strompreise aus lokalen Wasserkraftwerken sowie kalter Winter und folglich geringem Kühlbedarf für die Miningfarmen attraktiv für Miner.

Hydro Quebec – immerhin Kanadas größter Stromversorger – erlebte einen solchen Nachfrageschub, der sowohl kurz- als auch langfristig die vorhandenen Kapazitäten übersteigt. Allein in den letzten Wochen liefen hunderte Anträge von Minern ein, die über 9 Terawatt an Strombedarf anmeldeten, was mehr als ein Viertel der Kapazität von Hydro-Quebec ist. Der Nachfragesprung kam durchaus nicht unverhofft, da Hydro-Quebec in der Vergangenheit gezielt Krypt-Miner umworben hatte. Die zuständige Aufsichtsbehörde – Regie de l’Energie – will nun ein Versorgungskonzept speziell für die Miningbranche vorlegen, indem bestimmte Kontingente sowie Sonderpreise für Krypto-Miner festgelegt werden sollen.

Trotz des aktuellen Aufnahmestopps will die kanadische Provinz versuchen, die neuangesiedelten Krypto-Miner zu halten um die lokale Wirtschaft zu stärken. Allerdings dürfte der Mining-Boom in Quebec vorerst vorbei sein – denn kurzfristig gibt es wenig Chancen auf eine Kapazitätserhöhung. Auch kündigten erste Miner schon an, dass andere Provinzen ähnlich wettbewerbsfähige, wenn nicht sogar bessere Konditionen bieten und drohten damit indirekt mit Abwanderung. Ob es dazu kommt, ist abzuwarten. Letztlich ist Quebec dafür bekannt, die niedrigsten Stromkosten in ganz Nordamerika zu haben.

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