Kindesmissbrauch in der Blockchain

Deutsche Wissenschaftler haben Links und Bilder von Kindesmissbrauch in der Bitcoin-Blockchain entdeckt. Daraus resultiert ein Risiko für die gesamte Blockchain, da deren Speicherung somit illegal wird.

Die Blockchain ist open-source und speichert jede Bitcoin-Transaktion in den sogenannten Distributed Ledgern. Dort können aber auch – in begrenztem Umfang – Nicht-Finanzdaten gespeichert werden, üblichweise weitere Informationen zur Bitcointransaktion. Aber es können auch Links und sogar Dateien abgespeichert werden.

Wissenschaftler der RWTH Aachen haben rund 1.600 Dateien in der Blockchain gefunden, darunter 8 Dateien mit sexuellen Inhalten, davon ein Bild mit mutmaßlichem Kindesmissbrauch und zwei Dateien mit hunderten Links zu Kindes-Missbrauchs-Inhalten. Damit wird der Besitz der Blockchain in Deutschland, aber auch in mindestens 111 weiteren Ländern, illegal. Das besondere ist dabei die Unveränderlichkeit der Blockchain – einmal „kontaminiert“ bleiben die Inhalte in der Blockchain ewig erhalten.

Betroffen sind vor allem Miner, aber auch andere Dienstleister, die eine volle Kopie der Blockchain für ihre Services benötigen. Der Besitz und das Speichern von Kinderpornografie ist illegal – und somit bewegt sich jeder Akteur, der die Bitcoin speichert auf dünnem Eis. Wie genau Gerichte solch einen Sachverhalt beurteilen ist komplett offen, da es bisher keine Beispielurteile gibt.

Es ist aber durchaus zu erwarten, dass vor allem nicht-technologieaffine Gerichte durchaus Hausdurchsuchungen etc. bei jedem beliebigen, unbescholtenen Miner beim Verdacht auf Kindesmissbrauch veranlassen werden, unabhängig davon, wie dann die finalen Urteile aussehen bzw. wie das Gericht die Verantwortlickeit des Besitzers der Blockchain beurteilt.

Dabei ist das Thema durchaus nicht ganz neu: Bereits 2015 hatte Interpol gewarnt, dass das Design der Blockchain die Gefahr birgt, dass Malware injiziert wird und dort dauerhaft gehosted wird ohne eine Möglichkeit, diese wieder zu entfernen. Für Kriminelle könnte die Blockchain damit aber auch zum sicheren Hafen werden, um illegale Inhalte zu Kindesmissbrauch, Malware etc. ohne Risiko zu hosten.

Hier der Link zur Studie der RWTH Aachen:
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