Kryptowährung TRON launched eigene Blockchain und verlässt Ethereum

TRON, die zehntgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung (aktuelle Marktkapitalisierung rd. 4 Mrd. US-Dollar), hat einen signifikanten Meilenstein erreicht: Am heutigen Donnerstag wurde das TRON Mainnet als eigene Blockchain released, denn bisher lief TRON „nur“ auf der Ethereum Blockchain.

Damit hat TRON-Gründer Justin Sun nicht nur die Grundlage für weiteres, eigenes Wachstum geschaffen sondern auch für einen echten Angriff auf Ethereum (die Nr. 2 der Kryptowährungen, aktuelle Marktkapitalisierung rd. 58 Mrd. US-Dollar). Die Entwicklung der eigenen Blockchain lief unter dem Projektnamen Odyssey 2.0:

Ab sofort können sich TRON-Fans die neue Blockchain „Mainnet, Odyssey 2.0“ bei GitHub herunterladen und eigene Knotenpunkte starten. Zunächst wird die neue Blockchain auf Nodes von 27 „Super Representatives“ laufen, die jedoch noch zu bestimmen sind.

Hierzu sollen Besitzer von TRON-Coins wählen, wer zu diesen erlesenen 27 gehören soll und die dann quasi den Kern des neuen Netzwerkes bilden. Da TRON bisher auf der Ethereum Blockchain lief, ist es durchaus anzunehmen das sich die „Super Representatives“ aus den größten Betreibern der rund 15.000 Ethereum Nodes rekrutieren werden.

TRON beabsichtigt mit der Begrenzung der Betreiber auf wenige große Player eine hohe Transaktionsgeschwindigkeit sicherzustellen. Die vergleichsweise langsame Transaktionsgeschwindigkeit (verglichen mit anderen Zahlungsanbietern wie beispielsweise den Kreditkartenanbietern Mastercard und Visa) ist immer wieder ein Kritikpunkt bei Kryptowährungen. Insbesondere für Bitcoin ist die langsame Transaktionsverarbeitung ein echtes Wachstumshindernis, das eine weitere Verbreitung bisher stark ausgebremst hat und dazu geführt hat, dass einige Akzeptanzstellen der Kryptowährung ihre Unterstützung für Bitcoin wieder aufgegeben haben. Hier will TRON klar gegensteuern und strebt eine Geschwindigkeit von 10.000 Transaktionen pro Sekunde an – was Bitcoin und Ethereum weit zurück lassen würde. Wenn dies gelingt, hätte TRON auch bereits fast die Liga der Kreditkartenanbieter erreicht (VISA kann in Spitzenzeiten rd. 56.000 Transaktionen pro Sekunde abwickeln).

Wie geht es weiter? Mit dem Abschluss der Entwicklungsarbeiten an der eigenen Blockchain ist zweifellos ein massiver Meilenstein erreicht. Nun muss sich die neue Blockchain im Livebetrieb beweisen, ob sie auch das liefern kann, was Gründer Justin Sun von der Software verspricht. Ein besonderes Augenmerk hat mit Sicherheit die Transaktionsgeschwindigkeit verdient – sie könnte der Schlüssel dazu sein, ob TRON das Zeug zu einem ernsthaften Ethereum- oder gar Bitcoin-Konkurrenten hat.

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