Kursrutsch bei Kryptowährungen: Bitcoin wieder unter 8.000 US-Dollar

Der Anfang Mai begonnene Abwärtstrend bei Bitcoin setzte sich am Mittwoch weiter fort. Bitcoin rutschte um mehr als 9% ab und notierte im Tief nur noch knapp über der 7.500 Dollar Marke. Generell gingen die Kryptokurse auf breiter Front nach unten, bei zahlreichen Coins fielen die Kurse sogar im zweistelligen Prozentbereich, wie beispielsweise bei Ethereum, Bitcoin Cash, EOS oder Cardano.

Dies kommt insofern überraschend, als das Analysten sich de facto einstimmig positiv für Mitte / Ende Mai geäußert hatten, vor dem Hintergrund, dass derzeit die „Blockchain Week“ mit zahlreichen Events in New York stattfindet, auf der sich das „Who is Who“ der Krypto-Community trifft. In den vergangenen Jahren war dieses Ereignis stets Garant für einen signifikanten Kurs-Boost von teilweise mehr als 50 Prozent.

Die Analysten des Research-Hauses Fundstrat prognostizierten nicht weniger als einen Kursanstieg von rund 70% im Zuge der „Blockchain Week“. Stattdessen verzeichnen zahlreiche Kryptocoins seit dem Start des Events zweistellige Kursverluste.

Einige Marktteilnehmer sehen als Ursache die aktuellen Maßnahmen von Aufsichtsbehörden in den USA und Kanada, die sich gegen Anbieter von Krypto-Geldanlagen richtet. Derzeit führt die North American Securities Administrators Association sowie zahlreiche Aufsichtsorgane von über 30 Bundesstaaten gemeinsam die „Operation Crypto-Sweep“ durch, die bisher zu über 70 Ermittlungsverfahren geführt hat.

Während einige Marktteilnehmer dadurch verunsichert sind, sehen insbesondere institutionelle Investoren die ergriffenen Maßnahmen positiv, würden doch dadurch zahlreiche zwielichtige Projekte vom Markt genommen. Es wird erwartet, dass genau diese Bereinigung in naher Zukunft eher für einen Zufluss von Geldern professioneller Investoren sorgen wird.

Insbesondere seit Anfang Mai hatten die Regulierungsbehörden ihren Fokus auf betrügerische Kryptoanlagen gelegt. Auch die bekannte US-Börsenaufsicht SEC hat mehrere Fälle von Betrug im Rahmen von ICOs vor Gericht gebracht und eine Aufklärungskampagne gestartet, die insbesondere unerfahrenen Investoren helfen soll unseriöse Anlage-Angebote frühzeitig zu erkennen.

Inwieweit die aktuelle Kursdelle Auftakt zu einer größeren Bereinigung ist, bleibt abzuwarten. Fest steht: Auch wenn Kryptowährungen seit Dezember mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren haben, so ist doch eine echte Bereinigung, bei der vor allem Coins mit schwachen Zukunftsaussichten vom Markt verschwinden, bisher noch nicht erfolgt. Die Erfahrung aus der Geschichte der Finanzmärkte zeigt jedoch, dass bisher jede Kursübertreibung nach oben auch in einer Übertreibung nach unten endet, in der zahlreiche Player vom Markt verschwinden.

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