Mega-IPO: Produzent von Mining-Chips will 2 Milliarden Dollar einsammeln

Ja, Sie haben richtig gelesen: es geht hier um einen IPO – also Initial Public Offering = Börsengang und nicht ICO. Canaan ist weltweit der zweitgrößte Hersteller von Hardware für Bitcoin-Mining, der seinen Gewinn allein in der 2017er Bitcoin-Rallye versiebenfachte, da ihm seine AvalonMiner quasi aus den Händen gerissen wurden. Seitdem ist es etwas ruhiger geworden, denn die Gewinne der Bitcoinminer sind deutlich geschrumpft und im Vergleich zum Höhepunkt Ende 2017 um 60% zurückgegangen.

Warum und wie kann Canaan einen riesigen IPO mit einem Volumen von rund 2 Milliarden US-Dollar stemmen? Und das in einer Zeit, wo die Nachfrage nach Mining-Equipment eher gedämpft ist. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hatten hierzu einige Canaan Mitarbeiter aus dem Nähkästchen geplaudert: Canaan wird sich demnach nicht als Mining-Equipment-Hersteller präsentieren, sondern als Chipentwickler mit Fokus auf künstliche Intelligenz und Blockchaintechnologie.

Und das ist durchaus ein smarter Zug, denn zahlreiche renommierte Experten sind zwar von der Blockchaintechnologie begeistert, aber deutlich weniger von den aktuellen Kryptowährungen und ihren Kurshöhenflügen. Erst vor einigen Tage hatte Jack Ma, Gründer und Chef des Ecommerce-Giganten Alibaba, Bitcoin klar als Blase abgestimmt, um im gleichen Atemzuge seine Begeisterung und Unterstützung für die Blockchaintechnologie kundzutun. Und inzwischen dürfte es zahlreiche Vertreter ähnlicher Meinungen geben – und mit Canaan hätten Anleger das perfekte Vehikel um auf den Siegeszug der Blockchaintechnologie zu setzen und nicht (ausschließlich) auf den Bitcoinkurs.

Aktuell sind die Produkte von Canaan die bekannten ASIC-Chips, die ausschließlich für das Mining von Bitcoin designed wurden. Die Kunden sind folglich Bitcoin-Miner jeder Größenordnung. Seit dem ASIC-Chips verkauft werden, hat der Wettbewerb in der Mining-Nische massiv zugenommen und auf die Profitabilität der Miner deutlich gedrückt. Was sich auch in den gesenkten Umsatzzielen beim Marktführer für Miningchips, Taiwan Semiconductor, widerspiegelt. Wie stark hier die Auswirkungen auf Canaan sind, ist noch unklar. Aber für die zukünftige Ertragslage dürfte eine Diversifizierung des Geschäfts mit Fokus auf Blockchain-Anwendungen durchaus das Thema sein, was mehr Investoren für eine Teilnahme am IPO begeistert.

Letztlich fällt Canaan aus Sicht der Investoren klar in den Bereich, von dem schon Altmeister Andre Kostolany sagte: „Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln!“. Umso attraktiver wird das, wenn es eben nicht nur um Schaufeln für den Bitcoin sondern auch um Schaufeln für die Blockchaintechnologie geht. Denn Kryptoblase oder nicht: Von der Blockchaintechnologie sind weltweit die Informatik-Experten von den Fraunhofer-Instituten bis zum MIT begeistert.

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