Schweizer Forscher prognostizieren weiteren Bitcoin-Kursrutsch

Wenn Metcalfe’s Gesetz zutrifft, dann steht dem Bitcoin ein weiterer Kursrutsch bevor. Schweizer Wissenschaftler aus Zürich haben eine Blasen- und Crash-Studie erstellt, die zum Jahresende 2018 einen Bitcoin-Marktkapitalisierung von nur 77 Milliaren US-Dollar prognostiziert. Zum Vergleich: Die aktuelle Marktkapitalisierung beträgt rund 124 Milliarden Dollar. Basis der Prognose ist „Metcalfe’s Law“.

Dieses Jahr war der Bitcoin-Preis aufgrund weltweit beginnender Regulierungen erheblich unter Druck geraten. Problematisch ist dabei vor allem die anhaltende Unklarheit, wie die Regulierung aussehen wird – denn Unsicherheit ist stets unbeliebt an den Märkten.

Aber was genau hat es mit „Metcalfe’s Law“ auf sich? Ursprünglich wurde dieses Gesetz, auch bekannt als Netzwerkeffekt, vom Ethernet-Gründer Bob Metcalfe Anfang der 80er Jahre formuliert: „Der Wert eines Netzwerks ist proportional zum Quadrat der Netzwerkknotenanzahl.“

Während Aktienkurse häufig auf Basis von Fundamentalkenndaten (KGV, KUV etc.) bewertet werden, gehen die Schweizer Forscher davon aus, dass für die Bewertung der Kryptowährungen „Metcalfe’s Law“ zutreffend sei. Unter Leitung von Spencer Wheatley, Professor für Unternehmensrisiken an der ETH Zürich, kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die Anzahl der Bitcoin-Nutzer keinen Kursanstieg begründen können: „Our Metcalfe-based analysis indicates current support levels for the bitcoin market in the range of 22–44 billion USD, at least four times less than the current level,“ schreiben die Wissenschaftler.

Wenn das stimmt, wird der Bitcoin die Tops von 2017 nicht mehr sehen. Hinzu kommt: Aufgrund der hohen Korrelation der zahlreichen Kryptowährungen werden Kurskorrekturen in einzelnen Krypto-Coins auf den ganzen Markt durchschlagen. Der Bitcoin könnte mittelfristig vor einer volatilen Seitwärtsbewegung stehen und starke Risiken aufgrund einer „substantiellen“ Überbewertung aufweisen.

Insgesamt haben die Forscher vier Blasen in der Marktkapitalisierung der Kryptos mit einem mathematichen Modell für spekulative Blasen, dem „Log-Periodic Power Law Singularity“-Model, identifiziert. Drei davon sind aufgrund fundamentaler Ereignisse geplatzt, wie beispielsweise beim Zusammenbruch der größten Kryptobörse der Welt – Mt. Gox. Die vierte, aktuelle Blase sei hingegen ausgelöst durch einen Zusammenbruch „aufgrund des eigenen Gewichts“.

Im Ergebnis empfehlen die Forscher, sich nicht auf den nächsten – nicht vorhersehbaren – Auslöser für einen Crash zu fokussieren, sondern vielmehr den zunehmend instabilen Zustand des Marktes zu beobachten und sich auf eine Korrektur vorzubereiten.

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