Stiftung Warentest findet Radium in Mineralwasser

Stiftung Warentest untersuchte deutsche Mineralwassersorten und fand dabei radioaktive Schwermetalle und Pestizid-Rückstände in einigen Flaschen. Der Testverlierer wird unter anderem bei Aldi Süd verkauft.

Wer Mineralwasser in Flaschen kauft, hofft vermutlich auf besseren Geschmack, vielleicht aber auch, dass es gesünder ist als Leitungswasser. Einige Ergebnisse von Stiftung Warentest sind diesbezüglich ernüchternd. „Wir haben oberirdische Verunreinigungen gefunden, also Pestizidmetabolite und Korrosionsschutzmittel, aber auch krebserregendes Benzol.“, wird eine Sprecherin vom MDR zitiert.

Getestet wurden 32 stille und 16 Medium-Wässer. Darunter preiswerte Discountermarken von Aldi, Lidl oder Kaufland, Marken-Wässer wie Gerolsteiner oder Adelholzener, internationale Marken wie Evian und Vittel, die Edelmarken Voss und Healsi sowie „Bio“-Mineralwässer. Bewertet wurden Geruch und Geschmack, kritische Stoffe, oberirdische Verunreinigungen, mikrobiologische Qualität, Verpackung, Deklaration sowie der CO2-Fußabdruck der Wassersorten.

Testsieger mit der Note „sehr gut“ sind die Wassermarken „Fürst Bismarck“, „Kaufland“ und „Lichtenauer“.

Volvic und das Adelholzener Naturell hätten es fast auf „sehr gut“ geschafft. Allerdings fanden die Wasserprüfer Chrom (VI) in beiden Mineralwässern. Dafür gab es Punktabzug und somit nur „gut“ bzw. die Noten 1,7 für Adelholzener und 1,9 für Volvic.

Verlierer mit der Note „mangelhaft“ war das „Rieser Urwasser Bio Still“. Der Laborbefund des Wassers zeigte überhöhte Mengen von Radium 226 und 228, Pestizid-Abbauprodukte und Benzol. Die Schädlichkeit von natürlichen Mengen des Schwermetalls Radium ist umstritten. Es gibt jedoch Studien, die darauf hindeuten, dass die Metalle sich in den Knochen einlagern können und dort krebserregend wirken. Auch Benzol gilt als krebserregend. Eine Kaufempfehlung kann dafür nicht mehr ausgesprochen werden.

„Ausreichend“ gab es für das Wasser „Landpark Bio-Quelle“. Das Wasser, welches Im Pappkarton verkauft wird, verlor Punkte wegen des Geschmacks. Als Bio-Wasser sollte es „sensorisch einwandfrei“ sein. Das kann Stiftung Warentest nicht bestätigen.

Ebenfalls bei „ausreichend“ landeten die Edelmarken „Voss“ und „Healsi“. Die Mineralstoffbilanz der Wässer in der schicken Flasche ist ernüchternd. Auch der vergleichsweise hohe CO2-Fußabdruck wurde kritisiert. Die beiden Edelwasser-Sorten werden in Norwegen und Portugal abgefüllt. Verbraucher müssen sich die Frage stellen, ob diese Transportwege gerechtfertigt sind, obwohl die Mineralstoffbilanz sich in Grenzen hält.

Wer beim Wasserkauf die Umwelt im Blick hat, sollte laut Stiftung Warentest auf Leitungswasser zurückgreifen. Hier entfallen Transportwege und Verpackungsmüll. Kein Flaschenwasser kann in seiner Umweltbilanz mit Leitungswasser mithalten. Wenn das nicht in Frage kommt, sind solche Wasser empfehlenswert, die aus möglichst regionalen gelegenen Quellen kommen. So lassen sich zumindest die Transportwege kurz halten.

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