Tanken und Heizen wird teurer – CO2-Preis mehr als verdoppelt

Fossile Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel werden teurer als geplant. Die Große Koalition hat sich gemeinsam mit den Grünen darauf geeinigt, dass zum Jahreswechsel der CO²-Preis steigt.

Die Bevölkerung muss sich darauf einstellen, dass 2021 an einigen Stellen etwas teurer wird. Um genau zu sein, wird heizen und tanken teurer – zumindest für alle die, die auf fossile Brennstoffträger wie Erdgas, Heizöl, Benzin oder Diesel angewiesen sind. Davon sind natürlich auch Speditionen betroffen. Ziel der Gesetzesänderung ist es, Verbraucher und Unternehmen zu motivieren, auf umweltfreundlichere Heiz- und Transportwege umzusteigen.

Konkret beschlossen GroKo und Grüne, den Emissionshandel im Jahr 2021 auf einen CO²-Preis von 25 Euro pro Tonne festzulegen. Die Koalition aus SPD und CDU hatte ursprünglich zehn Euro pro Tonne CO² vorgeschlagen.

Laut Umweltministerium wird durch diesen Einfluss der Benzinpreis um 7 Cent pro Liter steigen, bei Diesel und Heizöl werden es 7,9 Cent pro Liter. Weniger drastisch zeigt sich die Gesetzesänderung beim Erdgas. Die Verbrennung von Erdgas, das aus Methan besteht, hinterlässt nur wenig CO² in der Luft – daher wird Erdgas durch die Neuregelung lediglich um 0,6 Cent pro Kilowattstunde teurer.

„Das Ziel ist, dass der Umstieg auf klimafreundliche Alternativen auch die richtige Wahl für den Geldbeutel ist,“ erklärte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD). Es ginge nicht darum, mehr Geld einzunehmen, wie teilweise von der Opposition unterstellt. Der AfD-Abgeordnete Marc Bernhard hatte moniert, die Bundesregierung zocke die Bürger ab und vernichte die Autoindustrie.

Für den Bundeshaushalt bedeutet die Gesetzesänderung zunächst Mehreinnahmen in Milliarden-Höhe. Diese sollen jedoch vollständig zur Entlastung betroffener Bürger und Unternehmen eingesetzt werden. Konkret soll die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms gesenkt und die Pendlerpauschale angehoben werden.

Kritik kam auch von den Umweltverbänden. Ihrer Meinung nach reiche das Gesetz nicht um eine Lenkwirkung Richtung umweltfreundlicherem Verhalten zu erzielen. Die Klimaretter-Bewegung „Fridays for Future“ hatte einen Einstiegspreis von 180 Euro pro Tonne CO² vorgeschlagen. CSU-Politikerin Anja Weisgerber hatte dies als zu massiv bezeichnet.

Zufrieden zeigten sich die Grünen mit dem Ergebnis. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sieht in der Entscheidung einen großen Erfolg für seine Partei. Allerdings betonte er, dass es weitere Bemühungen erfordere, um Klimaziele einzuhalten. Mehr sei jedoch mit der GroKo nicht verhandelbar gewesen.

Ein Kommentar

  1. Wenn wir unsere Kernkraftwerkt länger laufen liessen, dann könnten wir eine Menge CO2 eisparen. Aber dazu fehlt wohl der politische Wille.

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