Technische Probleme beim RKI verändern die Fallzahlen dramatisch

Es sah zwischenzeitlich doch sehr gut aus und die Zahlen der gemeldeten Corona-Neuinfektionen schienen im Vergleich zum Vortag doch erheblich gesunken zu sein. Doch nun hat das Robert-Koch-Institut technische Probleme gemeldet und korrigierte die Zahlen.

Am Morgen hat das Robert-Koch-Institut seine gemeldeten Infektionszahlen erheblich nach oben korrigiert. Am Freitag seien aufgrund von technischen Problemen gut 650 Fälle weniger gemeldet worden. Dies hat das Institut sowohl auf seiner Website als auch auf Twitter gemeldet.

Dies bedeutet, dass die gemeldeten Zahlen voraussichtlich bei über 1.400 liegen und damit fast doppelt so hoch wie bislang angenommen. Daher bewegen sich die tatsächlichen Zahlen auf dem Niveau der vergangenen Tage. Das RKI hatte zuvor die Neuinfektionen für den Donnerstag mit 782 angegeben, was ein deutlicher Ausreißer nach unten bei den täglichen Fallzahlen bedeutet hatte.

Die Behörde berichtete auch über die technische Panne. Nach Angaben konnten ab Donnerstag um 16 Uhr keine Daten mehr eingelesen werden, die die zuständigen Landesbehörden übermitteln. „Daher werden mit Datenstand 04.09.2020 0 Uhr ca. 650 Fälle zu wenig ausgewiesen.“ Unterschätzt wird mit diesem Datenbestand auch die Sieben-Tage-Inzidenz. Nun sollen am 5. September um 0 Uhr die aktualisierten Zahlen übermittelt werden.

Rund 247.600 Menschen haben sich nach Angaben des RKI seit dem Beginn der Corona-Krise nachweislich in Deutschland mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Davon hätten sich bis Freitagmorgen nach Schätzung des RKI etwa 221.900 Menschen erholt. In seinem Lagebericht schreibt das Institut am Donnerstagabend: „Der seit Mitte Juli beobachtete Zuwachs in den übermittelten Fallzahlen hat sich in der letzten Woche stabilisiert und die 7-Tage-Inzidenz ist bundesweit wieder gesunken.“

R-Wert sinkt am Donnerstag leicht

Nach Schätzung des RKI lag die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, laut der Mitteilung vom Donnerstagabend in Deutschland bei 0,77 nach 0,8 am Vortag. Daraus ergibt sich, dass im Mittel ein Infizierte weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Etwa eineinhalb Wochen deckt der R-Wert das Infektionsgeschehen ab. Das sogenannte Sieben-Tage-R ist vom RKI mit 0,91 gleich hoch benannt worden wie am Vortag. Dieser Wert spiegelt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen wieder.

Hingegen hatte das RKI die Zahl der Todesfälle am Freitag leicht nach unten korrigiert. 9319 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 sind bislang gemeldet worden, zwei weniger als am Vortag. Unklar ist noch, ob sich der Datenfehler auch auf die Todeszahlen auswirkt.

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