Über 80 Prozent aller ICOs sind Betrug

Das New Yorker Research-Unternehmen Satis Group hat eine Studie erstellt, die Initial Coin Offerins (ICOs) mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 50 Millionen US-Dollar hinsichtlich ihrer Qualität untersucht. Analysiert wurden die ICOs anhand öffentlich verfügbarer Daten inkl. White Paper, die Zeichnung der Tokens sowie das Listing der Tokens. Die Ergebnisse sind erschütternd: Über 80% aller ICOs sind Betrug. Nur 8% der Tokens sind auf einer Börse gelistet.

Satis ist dabei kein Krypto-Amateur, sondern weist ein seniores Team im Bereich Finanzierung und ICOs auf. Die Autoren, Sherwin Dowlat und Michael Hodapp, haben in ihrer Studie „ICO Quality: Development & Trading“ die ICOs in sechs Gruppen geclustert: Betrug, Gescheitert, Tot, Schrumpfend, Erfolgsversprechend, Erfolgreich. Im Ergebnis der Studie sind die betrachteten ICOs wie folgt eingeordnet: 81% Betrug, 6% Gescheitert, 5% Tot, 4,4% Schrumpfend, 1,8% Erfolgsversprechend, 1,9% Erfolgreich.

Betrug definierten die Analysten dabei als: „Any project that expressed availability of [an] ICO investment (through a website publishing, ANN thread, or social media posting with a contribution address), did not have/had no intention of fulfilling project development duties with the funds, and/or was deemed by the community (message boards, website or other online information) to be a scam.“

Als Gescheitert sehen die Autoren ICOs, die zwar Gelder eingeworben haben, aber die Zeichnungsphase nie abgeschlossen haben (Softcap nicht erreicht). „Tot“ sind die ICOS, die zwar die Gelder eingeworben haben, aber nie an einer Börse gelistet wurden und nie einen irgendeinen Code-Beitrag auf Github veröffentlicht haben (Github ist das weltweit populärste Tool zum Management unterschiedlicher Software-Versionen im Rahmen des Entwicklungsprozesses für Open-Source-Software) .

Schrumpfende Unternehmen haben zwar das Einwerben von Geldern und das Listing erfolgreich abgeschlossen, aber nur eines oder gar keines der folgenden Erfolgskriterien:
1) Veröffentlichung Test/Beta-Version (je nach Produkt: Chains/distributed ledger/Plattform/Anwendung)
2) Transparente, veröffentlichte Roadmap
3) Github-Code-Aktivitäten innerhalb von 3 Monaten

Als Erfolgsversprechend werden Unternehmen angesehen, die 2 der 3 Erfolgskriterien aufweisen. Erfolgreich sind die ICOs, die alle 3 Kriterien erfüllen.

Ernüchternd ist am Ergebnis der Studie zudem, dass diese Erfolgskriterien durchaus nicht allzu streng sind: Eine Erfolgsmessung im Sinne von wirtschaftlich tragfähigen Unternehmungen ist NICHT erfolgt. D.h. erfolgreiche ICOs gemäß dieser Studie sind lediglich ICOs die offenbar das tun, was sie den Token-Käufern versprochen haben: Ihr Produkt oder ihre Währung voranzubringen. Ob das Ergebnis jemals wirtschaftlich tragfähig sein wird, ist komplett offen.

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