Blockchain gehackt: 51% Attacke auf Bitcoin Gold

Bitcoin Gold ist eine Abspaltung – oder hard fork – von Bitcoin. Das bedeutet, dass Bitcoin Gold als selbständige Kryptowährung (aktuell mit 784 Millionen US-Dollar die Nr. 27 im Ranking nach Marktkapitalisierung) trotzdem zahlreiche Gemeinsamkeiten mit Bitcoin aufweist, zum Beispiel in der Blockchain-Software, beim Mining, oder der Transaktionsabwicklung. Aber natürlich ist das Netzwerk (der Miner bzw. teilnehmenden Netzknoten) von Bitcoin Gold viel kleiner als das von Bitcoin. Entscheidender Nachteil davon: Je kleiner das dezentrale Netzwerk desto unsicherer die Blockchain.

In den letzten Tagen ist genau das Alptraumszenario einer jeden Kryptowährung bei Bitcoin Gold eingetreten: Ein Hacker hat die Blockchain übernommen und betrügerische Transaktionen gestartet. Wie kann so etwas passieren? Blochchains gelten als sicher aufgrund ihrer dezentralen Struktur. Alle Transaktionen werden von dezentralen Servern überprüft, d.h. selbst wenn ein Serverbetreiber versucht Transaktionen zu fälschen, d.h. zu hacken, so wird die gleiche Transaktion von zahlreichen anderen Servern auch überprüft und die Fälschung des einen fällt sofort auf und wird durch die anderen Server korrigiert. Das ist der große Sicherheitsvorteil der Dezentralität im Vergleich zu einem Zentralrechner. Die dahinterstehenden Mechanismen zur dezentralen Überprüfung der Transaktionen nennt man Konsensensmechanismen und sie funktionieren teilweise als einfache Mehrheitsentscheidungen, wobei die Rechenleistung der Netzwerkteilnehmer die „Stimmenanzahl“ bestimmt. Was passiert aber nun, wenn ein Hacker die Mehrheit, als 50%+X der Rechenpower eines dezentralen Netzwerks unter seine Kontrolle bringt? Dann kann einer die vermeintlich fälschungssichere Blockchain nach belieben verändern, denn er hat ja die Mehrheit der Rechenpower. In so einem Fall spricht man auch von einer „51% Attacke„.

Die 51% Attacke ist dabei keineswegs sehr unbekannt, sondern wurde schon oftmals als einer der Schwächen der Blockchaintechnologie kritisiert: Ein totalitäres Regime wie beispielsweise China oder Geheimdienste wie das FBI könnten mit ihrer Macht die Blockchain quasi jederzeit übernehmen indem sie die Miner in ihrem Einflussbereich zu bestimmten Handlungen zwingen. Nun ist so ein Szenario bei Bitcoin mit seinem riesigen Mining-Netzwerk eher unwahrscheinlich (wenn auch nicht ausgeschlossen), aber grade kleinere Kryptowährungen (und mit einer dreiviertel Milliare Dollar Marktkapitalisierung ist Bitcoin Gold auch nicht so klein) haben hier ein echtes Problem.

Bitcoin Gold ist auch bei weitem nicht die erste Kryptowährung, die solche eine 51% Attacke erlebt. Die Kryptowährung Verge war sogar zwei mal in den letzten Monaten betroffen. Auch Monacoin und Electroneum waren vor einiger Zeit Opfer solcher Attacken. Dies Coins sind zwar etwas kleiner als Bitcoin Gold, besitzen aber trotzdem 9-stellige Marktkapitalisierungen. Und genau diese hohe Bewertung macht die Coins für Hackerangriffe attraktiv.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.