Kaum Kryptogewinne in Steuererklärungen

Credit Karma Tax ist ein Service für die Erstellung von Steuererklärungen in den USA und gehört zu dem bekannten Kredit-Scoring-Service creditkarma.com. Das Unternehmen gab am 13. April bekannt, dass weniger als 100 seiner 250.000 Kunden, die ihre Steuererklärung über dieses Steuerbüro erstellen lassen, Krypto-Transaktionen für 2017 berichtet haben.

Die Besteuerung von Krypto-Gewinnen (oder Verlusten) ist eine der zentralen Fragen in der Einkommensbesteuerung der jüngsten Zeit. Auch wurden Steuern oftmals zur Erklärung von Kursentwicklungen von Kryptowährungen herangezogen, z.B. könnten Kursverluste daraus resultieren, dass zahlreiche Anleger Kryptowährungen verkaufen um ihre Steuern (z.b. auf Krypto-Gewinne) zu bezahlen. Insbesondere bei den Kursverlusten im 1. Quartal 2018 war dieser Erklärungsansatz in vielen Medien von zahlreichen Experten und Analysten zu hören.

In den USA werden Kryptowährungen als Vermögensgegenstand betrachtet. Auch ist das Krypto-Thema für die US-Steuerbehörden nicht neu: Bereits seit vier Jahren hat die US-Steuerbehörde IRS sich regelmäßig zur Besteuerung von Krypto-Anlagen geäußert. Als Vermögensgegenstand können sämtliche Kryptotransaktionen (Kauf/Verkauf/Tausch, Mining) ein steuerlich relevantes Ereignis auslösen.

Die geringe Anzahl an Steuererklärungen mit Kryptotransaktionen unterscheidet sich hingegen nicht viel von anderen Jahren. 2015 hatte die US-Steuerbehörde IRS angegeben, dass nur 802 Personen in den ganzen USA Krypto-Gewinne oder Verluste angegeben hatten. Gleichwohl kann man diese Zahlen schwer vergleichen, ist doch die Popularität von Kryptowährungen seit 2015 buchstäblich durch die Decke gegangen.

Der Geschäftsführer von Credit Karma Tax, Jagjit Chawla, vermutet hingegen, dass viele Kryptoanleger mit ihrer Steuererklärung buchstäblich bis zur letzten Minute warten. Als Grund nennt er die Komplexität der Besteuerung, die vor allem Anleger betrifft, die erstmals Krypto-Gewinne/Verluste angeben. Andere Experten vermuten, dass Kryptoanleger überdurchschnittlich risikofreudig sind und daher oftmals schlicht Steuern hinterziehen könnten, weil sie sich sicher wähnen (was ein Trugschluss sein dürfte).

Auf Basis der Credt Karma Tax Zahlen liegt es nahe, dass das Steuerargument nicht zur Erklärungen von Kursbewegungen taugt. Interessant ist auch die extrem niedrige Marktdurchdringung, die diese Zahlen zeigen. 100 von 250.000 würde bedeuten, dass lediglich 0.04 % der US-Amerikaner Krytowährungen besitzen. Wo würde der Bitcoin-Kurs (bzw. andere Kryptowährungen) wohl stehen, wenn einmal 50% der Amerikaner Kryptowährungen besitzen?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.