Auch Twitter verbietet Werbung für Bitcoin & Co.

Nach Wochen von regulatorischer Unsicherheit und Werbeverboten (Google und Facebook) sackte der Bitcoinkurs am Montag wieder um rund 600 Dollar ab, unter die psychologische Marke von 8.000 US-Dollar. Damit steht der Bitcoin tief in den roten Zahlen – seit Jahresbeginn ist ein Verlust von rund 42 Prozent zu verzeichnen.

Mit Twitter hat am Montag der dritte Onlinegigant eine Werbeverbot für Kryptowährungen ausgesprochen. In den vergangenen Wochen hatten bereits Google und Facebook Werbung für Kryptowährungen aufgrund zahlreicher unseriöser Kampagnen verboten. Dass Twitter nun nachzieht, dürfte auch bedeuten, dass Kryptowährungen bei über 50% der weltweiten Onlinewerbeflächen ausgesperrt sind: Google und Facebook kommen weltweit auf einen Marktanteil in der Onlinewerbung von rund 49% – mit Twitter sind die 50% überschritten.

An den Kryptobörsen wird der Werbebann als maßgebliche Ursache für den Kursrutsch angesehen, zumal zahlreiche Krypto-Investoren extrem sentimentgetrieben investieren. Hinzu kommt, dass auch die Bekanntgabe der Werbeverbote bei Google und Facebook ebenfalls signifikante Sell-Offs auslösten. Facebook hatte im Februar einen Kursrutsch ausgelöst, als das Unternehmen als erstes bekannt gab, Krypto-Werbung zu verbieten um das bewerben von „financial products and services frequently associated with misleading or deceptive promotional practices.“ zu unterbinden. Im März folgte Google mit seiner Ankündigung, Kryptowerbung ab Juni zu verbieten, wobei zahlreiche Onlinemarketing-Experten bestätigen, dass bereits heute oftmals Werbekampagnen für Krypto-Produkte nicht genehmigt werden.

Vor dem Hintergrund, dass Google und Facebook im Vergleich zu Twitter weit dominierendere Player im Onlinewerbemarkt sind, ist das Ausmaß des Kursrutsches am Montag jedoch durchaus überraschend. Möglicherweise drückt die Meldung besonders auf das Anlegersentiment, da Twitter-Gründer und CEO, Jack Dorsey, bekanntermaßen ein überzeugter Anhänger der Krypto-Technologie ist.

Eine weitere Ursache für die Werbeverbote könnte auch sein, dass die großen Werbeplattformen vermeiden wollen, in den Fokus der Regulatoren, allen voran der SEC, zu geraten. Eine Untersuchung von Google, Facebook oder Twitter durch Strafverfolgungsbehärden, aufgrund der Mitwirkung bei Werbekampagnen die letztlich Kapitalanlagebetrug zum Zweck hatten, wäre für diese Onlinegiganten ein absoluter PR-Gau.

Erst vor wenigen Tagen hatte Dorsey erklärt, dass er davon überzeugt ist, dass eine Kryptowährung (und um genau zu sein Bitcoin) in spätestens 10 Jahren, vermutlich sogar früher, die einzige und einheitliche Weltwährung im Internet sein wird.

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