Zahl der Zwangsversteigerungen 2025 weiter gestiegen

Die Zahl der Zwangsversteigerungen ist 2025 weiter nach oben gegangen. Laut einer Analyse des auf solche Versteigerungen spezialisierten Unternehmens Argetra kletterte die Gesamtzahl der Termine im letzten Jahr um 4,7 Prozent, gegenüber 9,0 Prozent im Vorjahr. Die Verkehrswerte legten dabei in 2025 um 10,7 Prozent auf 4,76 Milliarden Euro zu.

Wichtigste Ursachen für den Anstieg seien das anhaltend schwache wirtschaftliche Umfeld, eine stagnierende reale Kaufkraft, anhaltende geopolitische Unsicherheiten und weiter steigende Insolvenzzahlen, vor allem bei den Verbrauchern, wo das höchste Niveau seit 9 Jahren verzeichnet wurde.

Betrachtet man die Anzahl der Termine pro 100.000 Haushalte, so war die Zahl der anberaumten Zwangsversteigerungstermine in Thüringen (60) mehr als doppelt so hoch wie in Bayern (27). Durchschnittlich waren bundesweit 34 von 100.000 Haushalten von Zwangsversteigerungen betroffen, nach 33 im Vorjahr.

In Berlin wurden dabei die höchsten Verkehrswerte mit durchschnittlich über 1.300.000 Euro je Immobilie aufgerufen. In Hamburg lag der Durchschnitt bei 1.100.000 Euro und damit auf Platz 2. Thüringen bildete das Schlusslicht mit Durchschnittswerten von 100.000 Euro. Der Bundesdurchschnitt lag bei 337.839 Euro, nach 319.509 Euro im Vorjahreszeitraum.

Bei den vierzig Städten mit den meisten Zwangsversteigerungsterminen führte in 2025 erwartungsgemäß auch die bevölkerungsreichste Stadt Berlin. Direkt danach aber folgten Chemnitz, München, Leipzig, Zwickau und Nürnberg. An den untersuchten 40 Standorten, die etwa 18 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, wurden 30 Prozent aller Immobilienversteigerungen und damit deutlich mehr Zwangsversteigerungen durchgeführt als im Bundesschnitt. Neu in der Top 40 waren unter anderem Regensburg, Gelsenkirchen, Bonn, Eisleben und Neuss. Dafür fielen aus der Liste die Städte Bautzen, Heilbronn, Hannover, Karlsruhe und Bad Liebenwerda heraus.

Die weitere Entwicklung werde stark von der künftigen Inflations- und Zinsentwicklung abhängen, ebenso davon, ob es der Wirtschaft im Jahr 2026 gelingt, Fahrt aufzunehmen und zu einem nachhaltigen Wachstumspfad zurückzufinden, heißt es von den Analysten.

Nachdem die Preise für Wohnimmobilien nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2023 mit 8,4 Prozent noch so stark eingebrochen waren, wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung, stand das Jahr 2024 im Zeichen einer Stabilisierung, während sich 2025 bereits die ersten zaghaften Erholungsansätze zeigten.

Das Ende der 10-jährigen Zinsbindungsfrist von Finanzierungen aus der Niedrigzinsphase könnte in den kommenden Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Zwangsversteigerungsobjekte führen, so Argetra.

Eine andere Auswertung hatte bereits zum Jahresende gezeigt, dass die Zahl der für das kommende Jahr angesetzten Zwangsversteigerungen so schnell steigt, wie seit Jahren nicht mehr. Demnach waren um Weihnachten in den gängigen amtlichen Zwangsversteigerungskalendern rund 15 Prozent mehr Termine angekündigt als vor einem Jahr zur gleichen Zeit.

Und das dürfte ein besorgniserregender Indikator für die tatsächliche Entwicklung sein, wie ein Blick auf die Vergangenheit zeigt:

Denn Ende 2024 hatte die Zahl der Ankündigungen von Zwangsversteigerungen gegenüber Ende 2023 nur um zwei Prozent zugelegt – 4,7 Prozent betrug die Steigerung schließlich im ganzen Jahr. Im Jahr davor hatte das Plus zum Jahresende elf Prozent betragen – 9,0 Prozent war die schließlich wirklich gemessene Steigerungsrate in 2024.

dts Nachrichtenagentur

Foto: Amtsgericht Kreuzberg (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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